Tiplu GmbH

Auf einen Blick

Gründung
2016 (April, Hamburg)
Mitarbeiter
über 160 in Hamburg und Berlin (nach eigenen Angaben, Stand 2026)
Standorte
Hamburg (Hauptsitz), Berlin (Niederlassung), Tiplu Schweiz AG
Konzern
LOGEX (alleinige Gesellschafterin seit Juli 2026)
Zertifizierungen
MDR-Zertifikat Klasse IIa für MAIA 1.0 und QMS-Zertifikat (Berlin CERT), InEK-Zertifizierung des Groupers
Mitgliedschaften
KI-Bundesverband, health-ai, Entscheiderfabrik, Life Science Nord, Gesundheitswirtschaft Hamburg und weitere
Zielgruppen
Krankenhäuser
Schwerpunkte
Medizincontrolling, Kodierung, klinische Entscheidungsunterstützung, FHIR-Datenplattform

Im April 2016 in Hamburg gegründet, entwickelt die Tiplu GmbH Software für Krankenhäuser, die Medizincontrolling, Datenhaltung und klinische Entscheidungen mit Methoden der künstlichen Intelligenz unterstützt. Laut Pressemitteilung vom 08.07.2026 ist LOGEX alleinige Gesellschafterin; das Unternehmen tritt seither mit dem Zusatz „a LOGEX Company“ auf. Neben dem Hauptsitz in Hamburg gibt es einen KI-Entwicklungsstandort in Berlin sowie die Tiplu Schweiz AG.

Am Anfang stand MOMO, 2016 als Client-Software eingeführt und inzwischen eine Web-Anwendung. Die Lösung für das operative Medizincontrolling liefert belegte Kodiervorschläge, prüft die Hauptdiagnose, zeigt Verweildauern an und simuliert große Fallmengen für DRG und PEPP. Dahinter stehen ein täglich gepflegtes Regelwerk auf Einzelfallbasis, eine semantische Suche in Arztbriefen, OP-Berichten und Pflegedokumentation sowie ML-Modelle, die aus OP-Berichten OPS-Kodes und Hauptdiagnose vorhersagen. Grundlage ist ein eigenes ML-Netzwerk, dem nach eigenen Angaben über 130 Partnerkliniken angehören (Stand 2026). Generative Module formulieren medizinische Begründungen aus der Patientenakte, ein Kodieragent liefert vollständig kodierte Fälle. Seit Juni 2025 ergänzt der MOMO Fallpilot die Familie um Fallplanung und Abrechnungssimulation.

MAIA ist ein System zur klinischen Entscheidungsunterstützung mit regelbasierten Hinweisen auf bis zu 22 mögliche Diagnosen und ML-Risikoprognosen, etwa zu Sturz oder Sepsis. MAIA Doc erstellt KI-gestützt Arztbriefe, Epikrisen und Pflegeüberleitungen aus strukturierten Patientendaten. TipluDB ist ein FHIR-basiertes Clinical Data Repository: Es vereinheitlicht Daten aus KIS und Subsystemen, stellt sie für Forschungszwecke bereit und bindet Drittanwendungen an, etwa die Patientenportal-App von Emento oder das DMS von d.velop connected healthcare. Tiplu Analysen werten klinische und ökonomische Zusammenhänge aus und werden seit 2025 um interaktive Dashboards ergänzt.

MAIA 1.0 ist seit Januar 2025 als Medizinprodukt der Klasse IIa nach EU-MDR zertifiziert; das Zertifikat stammt von Berlin CERT, die auch das Qualitätsmanagementsystem zertifiziert hat. Zudem ist Tiplu in EUDAMED als Medizinproduktehersteller registriert. Nach eigenen Angaben arbeiten über 160 Beschäftigte in Hamburg und Berlin für das Unternehmen, und mehr als 400 Krankenhäuser setzen seine Software ein (Stand 2026). Mitgliedschaften bestehen unter anderem im KI-Bundesverband, bei health-ai, in der Entscheiderfabrik und bei Life Science Nord.

Öffentliche Förderung erhielt Tiplu für die Forschungsprojekte PAIRS (BMWi, 2021) und geNuGes (BMBF, 2024); im Februar 2026 kam eine Förderung des BMG für ein intersektorales FHIR-Datenmodell hinzu. Auf der DMEA 2026 stellte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Meierhofer zur KI-gestützten Entscheidungsunterstützung im Krankenhaus vor.

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
MOMO Medizincontrolling und Kodierung Webbasierte Medizincontrolling-Software mit belegten Kodiervorschlägen, Hauptdiagnoseprüfung und Simulation großer Fallmengen für DRG und PEPP.
MOMO MBEG-Assistent und Kodieragent MD-Prüf- und Fallmanagement Generative KI formuliert medizinische Begründungen aus der Akte, der Kodieragent übergibt fertig kodierte Fälle zur Prüfung.
MOMO Fallpilot Medizincontrolling und Kodierung Seit Juni 2025 verfügbares Werkzeug, mit dem Kliniken Fälle planen und die Abrechnung vorab simulieren.
MAIA Krankenhausinformationssysteme (KIS) Klinische Entscheidungsunterstützung mit Diagnosehinweisen und ML-Risikoprognosen, zertifiziert als Medizinprodukt der Klasse IIa.
MAIA Doc Krankenhausinformationssysteme (KIS) Erstellt Arztbriefe, Epikrisen und Pflegeüberleitungen aus strukturierten Daten, betrieben On-Premise oder in einer C5-Cloud.
TipluDB Datenanalyse, BI und Medizincontrolling-Software Clinical Data Repository auf FHIR-Basis, das KIS- und Subsystemdaten vereinheitlicht und Forschung sowie Drittanwendungen bedient.
Tiplu Analysen Datenanalyse, BI und Medizincontrolling-Software Auswertungen klinischer und ökonomischer Zusammenhänge zur frühen Erkennung von Risiken, seit 2025 mit interaktiven Dashboards.
Grouper Medizincontrolling und Kodierung Vom InEK zertifizierter Grouper für aG-DRG und PEPP in den Versionen 2023 bis 2026, auch mit Leistungsgruppen.

Häufige Fragen

Wie wird MOMO an das bestehende KIS angebunden?

MOMO läuft webbasiert, eine Client-Installation ist nicht nötig. Über eine bidirektionale Schnittstelle gelangen Kodes und Hauptdiagnose-Kennzeichen zurück ins KIS; eine direkte Integration in die Oberfläche des KIS ist beim jeweiligen KIS-Hersteller anzufragen.

Wer verantwortet die Kodierung, wenn der Kodieragent eingesetzt wird?

Der Kodieragent liefert einen vollständig kodierten Fall, den Kodierfachkräfte des Krankenhauses anschließend prüfen. Eine automatisierte Kodierung, für die das Modul die Grundlage bildet, soll laut Website ab 2027 verfügbar sein.

Wo laufen die Sprachmodelle von MAIA Doc?

Kliniken haben die Wahl zwischen zwei Betriebsmodellen: On-Premise auf einem klinikeigenen GPU-Server mit Open-Source-Sprachmodellen oder in einer Cloud, die nach C5 zertifiziert ist. Beide Varianten erzeugen Texte aus strukturierten Patientendaten.

Für welche Entgeltsysteme ist der Grouper von Tiplu zertifiziert?

Der Grouper ist vom InEK zertifiziert und ordnet Behandlungsfälle der aG-DRG oder dem PEPP-System zu. Verfügbar sind die Versionen 2023 bis 2026, einschließlich der aG-DRG-Variante mit Leistungsgruppen.

Mit welchen Standards ist TipluDB kompatibel?

Das FHIR-Profil von TipluDB ist mit ISiK, MII, KBV, KDL sowie IHE und HL7 Deutschland kompatibel; das Basisprojekt liegt auf Simplifier.net. Für die Forschung reicht die Aufbereitung von der Pseudonymisierung bis zur mehrstufigen faktischen Anonymisierung.

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