Gesundheitsmanagement studieren in Sachsen: sechs Städte, sechs Hochschulen
Sechs der Studiengänge, die das Portal für Sachsen verzeichnet, entfallen auf die Westsächsische Hochschule Zwickau. Hinzu kommen Angebote in Dresden, Görlitz, Leipzig, Plauen und Annaberg-Buchholz, getragen von drei weiteren staatlichen und zwei privaten Hochschulen. Gesundheitsmanagement studieren in Sachsen heißt damit vor allem Bachelor und Master an staatlichen Hochschulen, ergänzt um ein duales Studium an der Dualen Hochschule und berufsbegleitende Formate für Beschäftigte in der Pflege.
Studienorte zwischen Plauen und Görlitz
Insgesamt zählt die amtliche Statistik für das Wintersemester 2025/2026 in Sachsen 22 Hochschulen aller Trägerschaften, darunter sechs Universitäten und acht Fachhochschulen. Im Portal mit Gesundheitsmanagement vertreten sind folgende Standorte:
- In Zwickau bietet die Westsächsische Hochschule Gesundheitsmanagement, Pflegemanagement und Angewandtes Pflegemanagement als B.Sc. sowie Gesundheitswissenschaften und Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement als M.Sc.
- In Görlitz führt die Hochschule Zittau/Görlitz Management im Gesundheitswesen als B.A. über sechs und als M.A. über vier Semester, beide in Vollzeit.
- In Plauen bietet die Duale Hochschule Sachsen an ihrer Staatlichen Studienakademie den B.A. Gesundheits- und Sozialmanagement dual über sechs Semester.
- In Dresden sind zwei private Hochschulen eingetragen: die Fachhochschule Dresden mit dem B.A. Pflege- & Gesundheitsmanagement in Vollzeit oder berufsbegleitend und der Campus Dresden der SRH University of Applied Sciences Heidelberg mit dem M.A. International Business and Leadership (Healthcare Management).
- In Leipzig unterhält die Ernst-Abbe-Hochschule Jena in Kooperation mit dem Universitätsklinikum einen Studienort für den berufsbegleitenden B.Sc. Pflege / Pflegeleitung über sieben Semester.
- In Annaberg-Buchholz bietet das Lernzentrum der Fachhochschule Dresden den Bachelor Pflege- & Gesundheitsmanagement berufsbegleitend mit Blended Learning an.
Bachelor, Master und Studienmodelle in Sachsen
In Vollzeit lässt sich der Bachelor in Zwickau, Görlitz und an der Fachhochschule Dresden studieren, jeweils über sechs Semester. Der B.Sc. Gesundheitsmanagement in Zwickau ist zudem in Teilzeit und dual mit einem Praxispartner möglich. Für Beschäftigte in der Pflege gibt es berufsbegleitende Bachelor in Zwickau (acht Semester), Leipzig (sieben Semester) sowie in Dresden und Annaberg-Buchholz (neun Semester).
Master in Vollzeit bieten Görlitz, Zwickau und die SRH in Dresden, dort über vier Semester oder als Fast Track über drei. Der M.Sc. Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement in Zwickau dauert in Vollzeit drei Semester, in Teilzeit bis zu sechs und läuft auch als berufsbegleitende Variante über sechs Semester. Ergänzend verzeichnet das Portal 35 bundesweit studierbare Anbieter, überwiegend im Fern- oder Onlinestudium.
Gesundheitswirtschaft in Sachsen
Sachsen hatte im Berichtsjahr 2025 laut Krankenhausstatistik 75 Krankenhäuser mit 23.885 aufgestellten Betten. Hinzu kamen zum Stichtag 15.12.2023 1.142 Pflegeheime, davon 697 mit vollstationärer Dauerpflege, und 1.154 ambulante Pflege- und Betreuungsdienste. Im Gesundheitswesen bestanden 2024 nach der Gesundheitspersonalrechnung 294.836 Beschäftigungsverhältnisse.
Zuständig für die Krankenhausplanung ist das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bis zur Umsetzung der Krankenhausreform gilt der Krankenhausplan 2024; der Krankenhausplan 2026 stellt von Fachgebieten auf Leistungsgruppen um. Seine Teile I und II sind verabschiedet (Stand 10.03.2026), Teil III soll im Laufe des Jahres 2026 folgen, gelten soll der Plan ab 01.01.2027. Die Landesrahmenvereinbarung nach § 20f SGB V stammt vom 01.06.2016. Mit der Biotechnologie-Offensive hat die Staatsregierung seit 2000 Life-Science-Cluster in Dresden und Leipzig aufgebaut, unter anderem mit den Themen Regenerative Medizin, Molekulardiagnostik sowie Digital Health und Telemedizin.
Im Firmenverzeichnis des Portals stehen 14 Einträge aus Sachsen, die meisten in Dresden und Leipzig. Sechs gehören zur Rubrik Software und Digitalisierung, drei zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, je zwei zu Kostenträger und Prävention sowie Qualität, Risiko und Hygiene, einer zu Einkauf, Logistik und Infrastruktur. Beispiele sind die AOK PLUS, WIG2 und mementor.
Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte, Qualifizierungszeit ab 2027
Nach § 18 des Sächsischen Hochschulgesetzes erhalten Meister, Absolventen einer Fortbildung nach BBiG oder HwO mit mindestens 400 Unterrichtsstunden und Absolventen einer Fachschule oder landesrechtlichen Fortbildung für Gesundheitsberufe nach einem Beratungsgespräch den allgemeinen Hochschulzugang. Mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung, drei Jahren Berufserfahrung und bestandener Hochschulzugangsprüfung ist ein fachgebundener Zugang möglich. Für die Duale Hochschule Sachsen genügt eine mindestens dreijährige Berufsausbildung mit Beratungsgespräch. Maßgeblich ist die Prüfung durch die Hochschule.
Ein Bildungsurlaubsgesetz hat Sachsen bis Ende 2026 nicht. Ab 1. Januar 2027 gilt das Sächsische Qualifizierungszeitgesetz (SächsQZG) vom 4. Februar 2026.
Fragen und Antworten zu Sachsen
Wo kann man in Sachsen Gesundheitsmanagement dual studieren?
An der Staatlichen Studienakademie Plauen der Dualen Hochschule Sachsen, die den B.A. Gesundheits- und Sozialmanagement dual über sechs Semester anbietet. Für die Duale Hochschule reicht nach dem Hochschulgesetz eine mindestens dreijährige Berufsausbildung mit Beratungsgespräch als Zugang. Auch der B.Sc. Gesundheitsmanagement der Westsächsischen Hochschule Zwickau lässt sich dual mit einem Praxispartner studieren.
Verkürzt eine Pflegeausbildung das Studium in Sachsen?
Bei der Fachhochschule Dresden ja. Der dortige B.A. Pflege- & Gesundheitsmanagement dauert in Vollzeit sechs Semester, mit Ausbildung vier. Berufsbegleitend sind es neun Semester, mit Ausbildung sechs; dieses Modell gibt es in Dresden und im Lernzentrum Annaberg-Buchholz. In Annaberg-Buchholz wird dabei mit Blended Learning gearbeitet, Träger ist eine private, staatlich anerkannte Fachhochschule.
Haben Beschäftigte in Sachsen Anspruch auf Bildungsurlaub?
Bis Ende 2026 nicht, weil es kein Landesgesetz gibt. Ab 1. Januar 2027 gilt das Sächsische Qualifizierungszeitgesetz: Wer länger als sechs Monate beim selben Arbeitgeber beschäftigt ist, erhält dann drei Arbeitstage bezahlte Freistellung im Kalenderjahr für Weiterbildung und die Qualifizierung für ein Ehrenamt. Bei weniger als fünf Arbeitstagen pro Woche verringert sich der Anspruch entsprechend.