Gesundheitsmanagement studieren in Bayern: Angebote von Franken bis Oberbayern
Zwölf der 21 Anbieter, die das Verzeichnis für Bayern führt, sind staatliche Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder Technische Hochschulen. Hinzu kommen die Universitäten Bayreuth und Erlangen-Nürnberg, zwei kirchliche Hochschulen in Nürnberg und München sowie zwei Weiterbildungsträger. Ein Gesundheitsmanagement Studium in Bayern oder eine Weiterbildung ist damit in 15 Städten möglich. Mehrere Programme verbinden Management mit Digitalisierung oder mit dem Rettungswesen.
Hochschulen und Studienorte nach Regionen
Franken: In Nürnberg bietet die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm den B.Sc. Digitales Gesundheitsmanagement, die Evangelische Hochschule Nürnberg den B.A. Management in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg führt dort den M.Sc. Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie sowie den weiterbildenden Master of Health Business Administration, in Erlangen zusätzlich den M.Sc. Medical Process Management. Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt lehrt Management im Gesundheitswesen und Digitales Rettungsmanagement, die Hochschule Ansbach vergibt Hochschulzertifikate in Leadership im Gesundheitswesen. Die Universität Bayreuth lehrt Gesundheitsökonomie im Bachelor und Master.
Ostbayern: Die Technische Hochschule Deggendorf führt Management im Gesundheits-, Sozial- und Rettungswesen, Management im Rettungswesen und einen MBA Medical Management und Leadership. An der OTH Regensburg lässt sich Pflegemanagement berufsbegleitend studieren, die OTH Amberg-Weiden lehrt in Weiden Digital Healthcare Management. In Regenstauf bereiten die Dr. Robert Eckert Schulen auf den IHK-Abschluss Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen vor.
Schwaben und Oberbayern: Die Hochschule Neu-Ulm führt allein sieben Programme, darunter Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen, Digital Health und einen MBA Führung und Management im Gesundheitswesen. Die Hochschule Kempten bietet in Kempten Gesundheitsmanagement (B.A.) und Management im Sozial- und Gesundheitswesen (M.A.), die Technische Hochschule Augsburg führt ein Hochschulzertifikat für Betriebswirte im Gesundheits- und Sozialbereich. In München lehrt die Katholische Stiftungshochschule Healthcare-Management, das PKV Institut bildet im Fernlehrgang Praxismanager aus. Berufsbegleitende Bachelor bieten die Technische Hochschule Rosenheim und die Technische Hochschule Ingolstadt, Rosenheim zusätzlich einen dualen.
Bachelor, Master und Zertifikate in Bayern
Die Bachelorstudiengänge an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften dauern in Vollzeit meist sieben Semester; dual studierbar sind sie unter anderem in Kempten, Rosenheim, Nürnberg, Weiden und Würzburg. Berufsbegleitende Bachelor für Beschäftigte in Gesundheitsberufen gibt es in Ingolstadt, Regensburg, Rosenheim und Neu-Ulm.
Masterstudiengänge in Vollzeit bieten die Universitäten Bayreuth und Erlangen-Nürnberg mit vier Semestern, die Hochschule Kempten und die Katholische Stiftungshochschule München mit drei Semestern, dort auch in Teilzeit über sechs Semester. Einen MBA führen Bayreuth, Deggendorf und Neu-Ulm, berufsbegleitend mit Blended Learning. Kürzere Wege sind die Zertifikate in Ansbach, Augsburg und Neu-Ulm.
Gesundheitswirtschaft und Krankenhausplanung in Bayern
Im Berichtsjahr 2025 gab es in Bayern 345 Krankenhäuser mit 73.205 aufgestellten Betten. Die Pflegestatistik weist 2.146 Pflegeheime und 2.173 ambulante Pflege- und Betreuungsdienste aus (Stichtag 15.12.2023). Im Gesundheitswesen bestanden 2024 nach der Gesundheitspersonalrechnung 995.539 Beschäftigungsverhältnisse. Es gilt der Krankenhausplan des Freistaates in der 51. Fortschreibung, Stand 1. Januar 2026. Für die Krankenhausreform haben die Träger laut Pressemitteilung des Ministeriums vom 11.06.2026 für 256 Standorte mehr als 3.400 Anträge auf Leistungsgruppen gestellt; die Zuweisung ist gesetzlich bis Ende 2026 vorgesehen. Die Landesrahmenvereinbarung zur Prävention nach § 20f SGB V stammt vom 26. Juni 2017.
Das Firmenverzeichnis von gesundheitsmanagement.de führt 79 Firmen mit Sitz in Bayern. Die meisten Einträge entfallen auf Software und Digitalisierung, gefolgt von betrieblichem Gesundheitsmanagement (12) und Qualität, Risiko und Hygiene (10); weitere auf sieben andere Rubriken. Beispiele sind Kaia Health, SINUS Interim und GKP Architekten. Zur Cluster-Offensive Bayern des Wirtschaftsministeriums gehört zudem ein Cluster Medizintechnik, an dem das Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg beteiligt ist.
Hochschulzugang ohne Abitur, kein Bildungsurlaubsgesetz
Nach Art. 88 Abs. 5 BayHIG erhalten Absolventinnen und Absolventen der Meisterprüfung, gleichgestellter Fortbildungsprüfungen, von Fachschulen und Fachakademien nach einem Beratungsgespräch an der Hochschule den allgemeinen Hochschulzugang. Den fachgebundenen Zugang erhält nach Abs. 6, wer eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und danach in der Regel mindestens drei Jahre hauptberufliche Praxis in einem fachlich verwandten Bereich nachweist und dessen Studieneignung die Hochschule festgestellt hat. Maßgeblich ist die Prüfung durch die Hochschule.
Bayern hat kein Bildungsurlaubsgesetz. Den Entwurf eines Bayerischen Bildungsfreistellungsgesetzes hat der Landtag am 14. Oktober 2021 abgelehnt.
Fragen und Antworten zum Studium in Bayern
Gibt es in Bayern ein Gesetz über Bildungsurlaub?
Nein. Bayern hat kein Bildungsurlaubsgesetz; einen Gesetzentwurf zur Bildungsfreistellung lehnte der Landtag 2021 ab. Für ein Studium neben dem Beruf bieten bayerische Hochschulen eigene berufsbegleitende Formate an, etwa die Bachelor in Ingolstadt, Regensburg, Rosenheim und Neu-Ulm oder MBA-Programme mit Blended Learning in Bayreuth, Deggendorf und Neu-Ulm.
Wo kann man Gesundheitsmanagement in Bayern dual studieren?
Dual angelegt sind der B.A. Gesundheitsmanagement in Kempten, der B.Sc. Management in der Gesundheitswirtschaft in Rosenheim, der B.Sc. Digitales Gesundheitsmanagement an der TH Nürnberg, der B.A. Digital Healthcare Management der OTH Amberg-Weiden in Weiden und der B.Sc. Digitales Rettungsmanagement in Würzburg. Alle fünf laufen auch in Vollzeit über sieben Semester.
Lässt sich ein berufsbegleitendes Studium in Bayern durch Anrechnung verkürzen?
Bei mehreren Studiengängen ja. In Ingolstadt dauert Management in Gesundheitsberufen bei typischer Anrechnung sieben statt elf Semester, in Regensburg lässt sich Pflegemanagement von elf auf acht Semester verkürzen. In Neu-Ulm umfasst Management für Gesundheits- und Pflegeberufe zehn Semester, davon durch Anerkennung der Berufsausbildung sechs Präsenzsemester; Rosenheim nennt sechs bis sieben Semester mit Anrechnung. Über die Anrechnung entscheidet die Hochschule.