Auf einen Blick
- Gründung
- 1927 in Frankreich (als Sham); in Deutschland seit 2017
- Konzern
- Relyens Mutual Insurance, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit nach französischem Recht mit Sitz in Lyon
- Mitarbeiter
- rund 1.200 in der Gruppe (nach eigenen Angaben, Stand Oktober 2026)
- Standorte
- Niederlassung Düsseldorf; Gruppe nach eigenen Angaben in 7 europäischen Ländern präsent
- Zielgruppen
- Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und MVZ
- Schwerpunkte
- Krankenhaushaftpflicht, Cyber-Versicherung, klinisches Risikomanagement
Gesundheitseinrichtungen gründeten 1927 in Frankreich unter dem Namen Sham einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, aus dem die heutige Relyens-Gruppe hervorgegangen ist. Die Kunden sind zugleich Mitglieder und bestimmen in der Hauptversammlung mit. In Deutschland tritt das Unternehmen als Relyens Mutual Insurance Niederlassung Deutschland mit Sitz in Düsseldorf auf und richtet sich an Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Arztpraxen und MVZ.
Kern des Angebots ist die Krankenhaus-Haftpflichtversicherung für Einrichtung und Personal mit Rechtsbeistand, Unterstützung in der Krisenkommunikation und Präventionsservices. Hierzulande bietet Relyens sie bewusst auf Claims-made-Basis an statt nach dem in Deutschland vorherrschenden Occurrence-Prinzip. Schadenfälle bearbeitet ein Team aus juristischen und medizinischen Spezialisten, das außergerichtliche Einigungen vorzieht. Hinzu kommt eine für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und MVZ entwickelte Cyber-Versicherung für Eigen- und Drittschäden mit einer rund um die Uhr erreichbaren Incident-Hotline und einem Krisenmanagement durch IT-, Kommunikations- und Rechtsexperten.
Versicherung und klinisches Risikomanagement sind eng verzahnt: Maßnahmen des Risikomanagements lassen sich individuell an die Haftpflichtversicherung koppeln. Risikovisiten bietet das Unternehmen laut Website seit über 20 Jahren an; sie stützen sich auf die Auswertung von Schadenfällen und setzen Prioritäten bei Hochrisikobereichen wie OP, Geburtshilfe und Medikamentenmanagement. Die Fachleute dafür kommen aus der Praxis, darunter Pflegekräfte, Ärzte sowie Qualitäts- und Risikomanager. Sie begleiten Krankenhäuser außerdem bis zur Zertifizierung ihres Hebammenkreißsaals nach den Prüfkriterien des Deutschen Hebammenverbands.
Der Markteintritt in Deutschland erfolgte 2017 mit einem Standort in Dortmund, 2023 zog die Niederlassung nach Düsseldorf. Seit 2021 ist Relyens eine „Entreprise à Mission“ mit satzungsmäßig verankerten sozialen und ökologischen Zielen und einem Missionsausschuss. Nach eigenen Angaben (Stand Oktober 2026) ist die Gruppe in 7 europäischen Ländern präsent, beschäftigt rund 1.200 Menschen und unterstützt 3.590 Gesundheitseinrichtungen in Europa. Für ihre Nachhaltigkeit erhielt sie eine EcoVadis-Bronzemedaille.
Zu den Veröffentlichungen gehören das Europäische Panorama Never Events 2025 über schwerwiegende, vermeidbare Ereignisse im chirurgischen Umfeld und der Risikoatlas Gesundheitswesen Europa 2026, für den das Institut Ipsos Manager und Fachkräfte in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien befragte.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Krankenhaus-Haftpflichtversicherung | Versicherungen und Makler im Heilwesen | Haftpflichtdeckung für Klinik und Beschäftigte, ergänzt um Rechtsbeistand, Krisenkommunikation und Präventionsangebote. |
| Krankenhaushaftpflicht auf Claims-made-Basis | Versicherungen und Makler im Heilwesen | Vertragsmodell nach dem Anspruchserhebungsprinzip mit festgelegtem Verfahren für die Meldung von Vorkommnissen. |
| Risikovisiten | Klinisches Risikomanagement und CIRS | Analyse vor Ort mit Unterlagenprüfung, Begehung und Interviews, danach Maßnahmenplan und jährliche Folgebesuche. |
| Begleitung zur Zertifizierung von Hebammenkreißsälen | Klinisches Risikomanagement und CIRS | Risikomanager führen Geburtskliniken durch die Anforderungen des DHV bis zum Zertifikat für den Hebammenkreißsaal. |
| Cyber-Versicherung | Versicherungen und Makler im Heilwesen | Deckung eigener und fremder Schäden mit ständig erreichbarer Hotline und Krisenteam aus IT, Kommunikation und Recht. |
| Cyber check-up | IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen | Diagnose per Fragebogen und Expertenanalyse mit Reifegrad, Branchenvergleich, Empfehlungen und Aussage zur Versicherbarkeit. |
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich Claims-made vom Occurrence-Prinzip in der Krankenhaushaftpflicht?
Beim Claims-made-Modell zählt der Vertragsstand zu dem Zeitpunkt, an dem ein Schaden gemeldet wird. Beim Occurrence-Prinzip ist der oft lange zurückliegende Zeitpunkt der Verursachung maßgeblich. Vorkommnisse lassen sich bei Relyens über eine geregelte Umstandsmeldung festhalten.
Wie ist eine Risikovisite aufgebaut?
Eine Risikovisite umfasst fünf Schritte: Auftaktgespräch, Analyse interner Unterlagen, Begehung mit Interviews, sofortige Rückmeldung und Abschlussbericht mit gemeinsam entwickeltem Maßnahmenplan. Folgebesuche finden jährlich statt. Grundlage ist ein europäisch validiertes Analysemodell, das aus Schadenstatistiken abgeleitet wurde.
Bietet Relyens eine Einschätzung der eigenen Cybersicherheit an?
Ja. Der Cyber check-up bewertet anhand eines Fragebogens und einer Expertenanalyse den Reifegrad der Einrichtung, zieht einen Branchenvergleich und gibt Empfehlungen. Zusätzlich enthält er eine Einschätzung, wie gut sich die Einrichtung gegen Cyberrisiken versichern lässt.
Arbeitet Relyens mit Versicherungsmaklern zusammen?
Ja. Makler erhalten technische und vertriebliche Unterstützung, etwa bei Verträgen mit Self-Insured Retention, beim rechtssicheren Wechsel des Versicherers und beim Umstieg vom Occurrence- auf das Claims-made-Modell.