Meierhofer AG

Auf einen Blick

Gründung
1987 als Meierhofer EDV-Beratung
Mitarbeiter
rund 400 (nach eigenen Angaben, Stand Oktober 2026)
Standorte
8 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Hauptsitz Aschheim
Zertifizierungen
KBV-Zulassung eAU (2021), KIM-Bestätigung der gematik (2020), M-Medikation als Medizinprodukt Klasse IIa nach MDR
Mitgliedschaften
Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg)
Zielgruppen
Krankenhäuser, Reha-Kliniken
Schwerpunkte
KIS, PDMS, OP-Management, Notaufnahme, Medikation, Krankenhausabrechnung

Das inhabergeführte Softwareunternehmen Meierhofer AG aus Aschheim entwickelt das Krankenhausinformationssystem M-KIS und ein eigenes Portfolio rund um die Klinik. Es reicht von der Intensivmedizin über OP und Notaufnahme bis zur Abrechnung, wobei sich einzelne Lösungen auch für sich allein einsetzen lassen. Nach eigenen Angaben zählen rund 250 Akut-, Misch-, Reha- und psychiatrische Kliniken zu den Kunden, täglich arbeiten über 200.000 Anwenderinnen und Anwender mit den Systemen (Stand Oktober 2026).

M-KIS bildet Behandlungswege von der Aufnahme bis zur Abrechnung ab, als Gesamtlösung oder in Fachmodulen. Seit 2023 gibt es mit M-KIS Now eine weitgehend vorkonfigurierte Variante nach dem 80/20-Prinzip: Rund 80 Prozent der Prozesse sind klinikübergreifend vorgegeben, 20 Prozent werden hausindividuell eingerichtet, Key-User lernen parallel zum Systemaufbau. M-Notaufnahme arbeitet mit digitaler Manchester-Triage und übernimmt Vitalwerte per Spotmonitoring, M-OP plant Personal, Säle, Material und Geräte und dokumentiert den perioperativen Verlauf. Das webbasierte M-PDMS deckt Intensivstation, Intermediate Care, Stroke Unit, Chest Pain Unit und Schockraum ab. M-KIS Abrechnung rechnet stationäre Fälle nach § 39 SGB V und ambulante Leistungen direkt ab und führt die Kostenträgerkommunikation nach § 301 SGB V.

M-Medikation für den geschlossenen Medikationsprozess ist als Medizinprodukt der Klasse IIa nach MDR ausgewiesen, auch M-PDMS ist als Medizinprodukt zertifiziert; Hersteller beider Lösungen ist die Schwestergesellschaft Meierhofer Medizintechnik GmbH. Für die Telematikinfrastruktur unterstützt M-KIS E-Rezept, eMP, eAU, ePA und KIM, die KBV-Zulassung für die eAU liegt seit 2021 vor. Neben dem Hauptsitz in Aschheim gibt es Büros und Niederlassungen in Passau, Hannover, Berlin, Leipzig, St. Valentin, Graz und Liebefeld, insgesamt acht Standorte in drei Ländern. Im Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) gehört der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens seit Oktober 2020 erneut dem Vorstand an.

Hervorgegangen ist das Unternehmen aus der 1987 gegründeten Meierhofer EDV-Beratung, Ende der 1990er Jahre entstand die AG. 2008 übernahm sie die Schweizer Qualidoc AG, 2020 stellte sie zur DMEA die KIS-Generation M-KIS Next auf SOA-Basis vor. 2026 kamen Partnerschaften mit Tiplu zur Entscheidungsunterstützung MAIA und mit Averbis zu KI in klinischen Arbeitsprozessen hinzu.

Die Job-Sitemap nannte im Oktober 2026 16 Stellenanzeigen, davon sechs für Werkstudierende, unter anderem in Softwareentwicklung, System Engineering, Produktmanagement und Vertrieb.

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
M-KIS Krankenhausinformationssysteme (KIS) KIS für Kliniken, Spitäler und MVZ, einsetzbar als Komplettsystem oder als einzelne Fachmodule entlang des Behandlungswegs.
M-KIS Now Krankenhausinformationssysteme (KIS) Vorkonfigurierter KIS-Standard nach dem 80/20-Prinzip, der Einführung und Betrieb mit begrenztem Aufwand ermöglichen soll.
M-Notaufnahme Krankenhausinformationssysteme (KIS) Notaufnahmesoftware mit Manchester-Triage, Vitalwertübernahme in Echtzeit und Dashboards für Räume und Personal.
M-PDMS Krankenhausinformationssysteme (KIS) Touchfähiges Patientendatenmanagement als Medizinprodukt für Intensiv- und Überwachungsbereiche, mit direkter Anbindung der Medizingeräte.
M-OP Krankenhausinformationssysteme (KIS) Planung von Sälen, Personal, Patienten, Material und Geräten samt Dokumentation des perioperativen Verlaufs, verzahnt mit der Anästhesie.
M-Medikation Krankenhausinformationssysteme (KIS) Digitaler, geschlossener Medikationsprozess für Medizin, Pharmazie und Pflege, eingestuft als Medizinprodukt der Klasse IIa nach MDR.
M-KIS Abrechnung Krankenhausinformationssysteme (KIS) Cloudfähige Abrechnung stationärer und ambulanter Fälle von der Validierung bis zum Datenaustausch mit den Kostenträgern.
TI-Anwendungen in M-KIS Telematikinfrastruktur und ePA-Anbindung Anbindung an die Telematikinfrastruktur mit E-Rezept, eMP, eAU, ePA und KIM direkt aus dem KIS.
Managed Services Krankenhausinformationssysteme (KIS) Meierhofer übernimmt Betriebsaufgaben für die Systemlandschaft aus M-KIS und M-PDMS und entlastet so die Klinik-IT.

Häufige Fragen

Welche Ablösung bietet Meierhofer Kliniken mit IS-H oder i.s.h.med?

Für Häuser, die eine Alternative zu IS-H und i.s.h.med suchen, stellt Meierhofer M-KIS mit den Bausteinen M-KIS Patientenmanagement und M-KIS Abrechnung bereit. Auf der DMEA 2025 zeigte das Unternehmen sein Angebot zur IS-H-Nachfolge zusammen mit KI-Funktionen und Closed Loop Medikation.

Kann M-KIS in einer Cloud betrieben werden?

Ja. Seit 2026 lässt sich M-KIS über eine Partnerschaft mit Schwarz Digits in der souveränen europäischen Cloud STACKIT betreiben. Darüber hinaus übernimmt Meierhofer mit Managed Services Betriebsaufgaben für Systemlandschaften aus M-KIS und M-PDMS, auch in Häusern mit M-OP oder M-Notaufnahme.

Wie gelangen Gerätedaten von der Intensivstation in M-PDMS?

M-PDMS übernimmt Daten von Medizingeräten in Echtzeit, wahlweise über eine Monitorzentrale, über Signalwandler oder über eine HL7-Schnittstelle. Unterstützt wird die Anbindung durch den Messwertserver Datamanager.

Wie bereitet Meierhofer Klinikpersonal auf die Arbeit mit den Systemen vor?

Die Meierhofer Akademie arbeitet mit einem modularen Lernkonzept. Dazu gehören Schulungsvideos von zwei bis 15 Minuten, Präsenz- und Online-Kurse in kleinen Gruppen und eine zentrale Lernplattform für die Mitarbeitenden der Kliniken.

Lässt sich M-KIS für mehrere Häuser eines Trägers nutzen?

Ja. M-KIS ist mandantenfähig und kann beliebig viele Einrichtungen abbilden. Der prozessorientierte, interoperable Ansatz bindet weitere Systeme über Standardschnittstellen ein, sodass Verbünde ihre Häuser in einer gemeinsamen Systemlandschaft führen können.

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