Auf einen Blick
- Gründung
- 2019 (Ausgründung aus dem Universitätsklinikum RWTH Aachen)
- Mitarbeiter
- nach eigenen Angaben mehr als 75 (Stand März 2026)
- Standorte
- Aachen (Hauptsitz), Cluj-Napoca (Rumänien)
- Zertifizierungen
- Medizinprodukt Klasse IIa nach MDR (mona-Software), ISO 13485, ISO/IEC 27001, BSI-C5-Testat (HealthCloud)
- Zielgruppen
- Krankenhäuser
- Schwerpunkte
- Intensivmedizin: PDMS, Telekonsile, Analytics und KI-gestütztes Wissensmanagement
Intensivmediziner des Universitätsklinikums RWTH Aachen haben die Clinomic Group GmbH 2019 ausgegründet; der Schwerpunkt liegt seither auf der Akut- und Intensivmedizin. Für Krankenhäuser entwickelt das Aachener Unternehmen die Datenplattform mona für die Intensivstation, die bettseitige Hardware, ein Patientendatenmanagementsystem (PDMS) und eine Cloud verbindet, sowie die KI-Plattform Elaine.
Das mona PDMS übernimmt Werte von Vitaldatenmonitoren, Beatmungsgeräten und Labor automatisch, erstellt Arbeitslisten aus Verordnungen und bietet Ärzten und Pflege eine gemeinsame Oberfläche; Workflows wie SAPS II und FAST-HUG, KI-gestützte strukturierte Arztberichte und Spracherkennung sind eingebaut. Am Bett steht das mona Terminal mit Touchscreen, Kamera, Richtmikrofon und Lautsprechern, das auch browserbasierte Systeme wie PACS, KIS, LIS und AMTS einbindet. Bei Telekonsilen im Haus, im Klinikverbund oder mit externen Zentren arbeiten anfragende und beratende Seite mit mona TeleICU in derselben Anwendung und greifen auf Verordnungen und Diagnosen zu. mona Business Analytics wertet Patienten- und Betriebsdaten für die Steuerung von Intensivstationen aus und erstellt automatische Berichte zu abrechenbaren Leistungen. Elaine macht hausinterne SOPs und Leitlinien mit Quellenangaben durchsuchbar, gleicht Hausdokumente mit aktuellen Leitlinien wie S3-Leitlinien ab, markiert veraltete Inhalte und organisiert Schulungen mit Verständnisfragen.
Laut Website sind die mona-Softwarelösungen Medizinprodukte der Klasse IIa nach MDR (EU 2017/745), das mona Terminal ist als Klasse I eingestuft. Das Qualitätsmanagementsystem ist nach ISO 13485 zertifiziert, das Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO/IEC 27001; die mona HealthCloud, auf der die Anwendungen als Platform-as-a-Service laufen, trägt ein C5-Testat nach dem Kriterienkatalog des BSI. Neben dem Hauptsitz in Aachen unterhält Clinomic eine Niederlassung in Cluj-Napoca in Rumänien und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 75 Menschen (Stand März 2026).
Seit September 2024 ist Clinomic einziger Industriepartner im EU-Projekt ICUdata4EU, in dem 17 Partner aus acht Ländern bis Januar 2028 zusammenarbeiten; laut Meldung verantwortet das Unternehmen den Intensivteil des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) und trägt 31 Prozent des Gesamtaufwands. 2025 folgte eine Series-B-Finanzierung unter Führung des DeepTech & Climate Fonds, vorgesehen für internationalen Ausbau, KI-Kompetenz und einen europäischen Health Data Lake für die Intensivmedizin. Im März 2026 erweiterte ein Chief Commercial Officer mit neu ausgerichteter Vertriebseinheit die Führung für die Expansion in Europa. Für Dezember 2026 ist ein Auftritt auf dem DIVI-Kongress in Hamburg geplant.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| mona PDMS | Krankenhausinformationssysteme (KIS) | Patientendatenmanagement für die Intensivstation mit automatischer Geräte- und Laborübernahme und gemeinsamer Oberfläche für Ärzte und Pflege. |
| mona TeleICU | Telemedizin und Videosprechstunde | Im PDMS integrierte Telekonsile mit verschlüsselter Audio-Video-Verbindung für Haus, Klinikverbund und externe Zentren. |
| mona Terminal | Krankenhausinformationssysteme (KIS) | Bettseitiges Terminal mit Kamera, Mikrofon und Touchscreen, das auch PACS, KIS, LIS und AMTS einbindet. |
| mona Business Analytics | Datenanalyse, BI und Medizincontrolling-Software | Auswertung von Patienten- und Betriebsdaten zur Stationssteuerung samt automatischer Berichte über abrechenbare Leistungen. |
| mona HealthCloud | IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen | Platform-as-a-Service für den Betrieb der mona-Anwendungen, laut Website mit C5-Testat nach BSI-Kriterienkatalog. |
| mona OS, WebICU und AppStore | Krankenhausinformationssysteme (KIS) | Bausteine für Interoperabilität, Abläufe außerhalb des Patientenzimmers sowie ergänzende Workflow- und KI-Werkzeuge. |
| Elaine (KI-Plattform) | QM- und Dokumentensoftware | Durchsuchbare SOPs und Leitlinien mit Quellen, Abgleich von Hausdokumenten mit aktuellen Leitlinien und Schulungen mit Verständnisfragen. |
Häufige Fragen
Welche Schnittstellen unterstützt das mona PDMS?
Der Datenaustausch läuft über HL7 v2 und HL7 FHIR, angebunden werden Krankenhaus- und Laborinformationssysteme. Vitaldatenmonitore und Beatmungsgeräte liefern ihre Werte automatisch, abrechenbare Leistungen übermittelt das PDMS an das KIS des Hauses.
Wie funktionieren Telekonsile mit mona TeleICU technisch?
Über eine verschlüsselte, per VPN gesicherte Audio-Video-Verbindung mit Kamera am Bett. Externe Teilnehmende nutzen einen browserbasierten Zero-Footprint-Client auf PC, Tablet oder Smartphone und sehen Verordnungen, Diagnosen und Pflegemaßnahmen, ohne etwas installieren zu müssen.
Wo verarbeitet Elaine die Klinikdaten?
Laut Website wird Elaine in Deutschland gehostet und DSGVO-konform betrieben. Die Plattform arbeitet mit strikter Bindung an die Quellen, die die Klinik festlegt, und wird über APIs angebunden; genannt werden zudem ISO/IEC 27001 und ein BSI-C5-Testat.
Welche Bausteine gehören neben dem PDMS zur mona-Plattform?
mona OS sorgt für Interoperabilität und strukturierte Daten, WebICU unterstützt Abläufe außerhalb des Patientenzimmers, und über den AppStore lassen sich Workflow- und KI-Werkzeuge ergänzen. Hinzu kommen das bettseitige Terminal, Business Analytics und die HealthCloud als Betriebsplattform.