Auf einen Blick
- Gründung
- 2017
- Mitarbeiter
- über 20 (Eigenangabe, Stand Oktober 2026)
- Standorte
- Leipzig (Hauptsitz)
- Zertifizierungen
- Modul Ersteinschätzung als Medizinprodukt Klasse IIa nach MDR
- Zielgruppen
- Arztpraxen und MVZ, Krankenhäuser, Krankenkassen
- Schwerpunkte
- Patientensteuerung, Ersteinschätzung und Triage, Präventionslotsen für Versicherte
Arztpraxen und MVZ, Notaufnahmen und Kliniken sowie Krankenversicherungen arbeiten bei der DOCYET GmbH mit derselben Lotsensoftware, jeweils mit eigenen Lotsen für ihren Sektor. Das Leipziger Unternehmen kombiniert Werkzeuge für Mitarbeitende mit KI-gestützten Self-Service-Lotsen, die Patientinnen und Patienten in die passende Versorgungsebene leiten.
In der Praxis erfasst eine digitale Anamnese die Beschwerden schon vor dem Termin und ergänzt sie um eine medizinische Ersteinschätzung mit Triage-Level. Danach lassen sich Termine nach medizinischem Bedarf priorisieren. Eingebunden wird der Lotse auf der Praxiswebsite oder im Messenger, die Reports gelangen über die Telematikinfrastruktur in die Praxissoftware. Notaufnahmen erhalten eine Vor-Triage: Patientinnen und Patienten geben ihre Symptome online oder am Check-in-Terminal an, Fälle geringer Dringlichkeit lenkt die Software in MVZ oder Hausarztpraxen. Für Patientenhotline und integrierten Notfalltresen gibt es das Werkzeug Nurseview, mit dem DOCYET Kliniken beim Aufbau eines solchen Tresens unterstützt.
Krankenversicherungen setzen einen Gesundheitslotsen ein, der Fragen von Versicherten beantwortet, bei akuten Beschwerden eine Ersteinschätzung gibt und auf Angebote wie Telemedizin, Gesundheitstelefon oder Arztsuche verweist. Ergänzend gibt es Präventionslotsen zu Diabetes, Rücken und Long-Covid, die für die Früherkennung und Begleitung chronischer Risiken gedacht sind.
Das Modul Ersteinschätzung ist laut Website ein Medizinprodukt der Klasse IIa nach MDR. Gegründet wurde DOCYET 2017, im selben Jahr folgte die Aufnahme im SpinLab. 2019 erhielt das erste Produkt die Zulassung als Medizinprodukt, 2020 brachte das Unternehmen den Symptomchecker auf den Markt und bezog sein erstes eigenes Büro. Seit 2023 zählen neben Versicherungen auch Arztpraxen und Kliniken zum Kundenkreis, seit 2026 konfigurieren Praxen ihre Lotsen selbst. Nach eigenen Angaben arbeiten über 20 Mitarbeitende für DOCYET, die Lotsen verzeichnen mehr als 10.000 monatliche Nutzerinnen und Nutzer (Stand Oktober 2026).
Seit 2025 forscht DOCYET mit der Professur Wirtschaftsinformatik der TU Chemnitz im EU-geförderten Projekt KIPaV an der KI-gestützten Digitalisierung von Versorgungspfaden, etwa bei Diabetes; das Projekt läuft bis 2027. Für die Terminvergabe in Hausarztpraxen besteht eine Partnerschaft mit samedi. Auf der AnoSiDat-Konferenz 2025 in Berlin, die sich mit der sicheren Nutzung von Gesundheitsdaten befasste, war das Unternehmen ebenfalls vertreten.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Lotsensoftware für Arztpraxen und MVZ | Patientenportale und Terminmanagement | Anamnese und Ersteinschätzung vor dem Termin, Triage-Level und Priorisierung von Terminen nach medizinischem Bedarf. |
| Vor-Triage für Kliniken und Notaufnahmen | Patientenportale und Terminmanagement | Symptomerfassung online oder am Check-in-Terminal, weniger dringliche Fälle werden in MVZ oder Hausarztpraxen gelenkt. |
| Nurseview | Patientenportale und Terminmanagement | Arbeitswerkzeug für Patientenhotline und integrierten Notfalltresen zur strukturierten Ersteinschätzung und Zuordnung der Versorgungsebene. |
| Gesundheitslotse für Krankenversicherungen | Patientenportale und Terminmanagement | Beantwortet Gesundheitsfragen von Versicherten und verweist auf Telemedizin, Gesundheitstelefon oder Arztsuche der jeweiligen Kasse. |
| Präventions-Lotsen (Diabetes, Rücken, Long-Covid) | Präventionsanbieter | Datenbasierte, proaktive Ansprache von Versicherten mit chronischen Risiken auf Grundlage der §§ 25b und 68b SGB V. |
| Übermittlung über die Telematikinfrastruktur | Telematikinfrastruktur und ePA-Anbindung | Anamnese-Reports erreichen die Praxissoftware per KIM oder PVS-Schnittstelle, strukturiert als XML oder als PDF. |
Häufige Fragen
Lässt sich DOCYET an die vorhandene Praxissoftware anbinden?
Laut Website ja, und zwar mit jedem Praxisverwaltungssystem. Die Reports laufen über KIM oder über Schnittstellen ausgewählter PVS-Anbieter. Unterstützt die Praxissoftware den eArztbrief, kommen sie als strukturierte XML-Datei an, andernfalls als PDF; ein eigenes Integrationsprojekt ist nicht nötig.
Welchen regulatorischen Status hat die Ersteinschätzung?
Das Modul Ersteinschätzung (SYMC) ist laut Website ein zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa nach MDR. Der Symptomcheck gibt ein Triage-Level sowie Diagnosevorschläge mit Wahrscheinlichkeit aus und basiert auf der Triage-Engine des Technologiepartners Infermedica.
Auf welcher Rechtsgrundlage arbeiten Krankenversicherungen mit DOCYET zusammen?
Die Zusammenarbeit beruht auf Verträgen nach § 67 Abs. 2 und § 140a SGB V. Für die datenbasierte, proaktive Ansprache von Versicherten durch die Präventionslotsen nennt DOCYET die §§ 25b und 68b SGB V als Grundlage.
Wie lassen sich die Lotsen in bestehende Angebote einer Kasse einfügen?
Gesundheitslotse sowie Diabetes-, Rücken- und Long-Covid-Lotse lassen sich in Apps, Websites und Gesundheitsplattformen der Versicherung einbetten. Als White-Label-Lösung ist die Software so angelegt, dass sie sich an bestehende Systeme anpassen lässt.
Welchen Aufwand bedeutet die Einführung in einer Arztpraxis?
Seit 2026 konfigurieren Praxen ihre Lotsen selbst und setzen sie ohne IT-Projekt ein. Laut Website ist auch keine Schulung nötig; der Lotse wird anschließend auf der Praxiswebsite oder in einem Messenger für Patientinnen und Patienten bereitgestellt.