EKK plus GmbH Dienstleistungs- und Einkaufsgemeinschaft Kommunaler Krankenhäuser

Auf einen Blick

Konzern
Tochter der GDEKK GmbH; seit 2026 wirtschaftliche Einheit mit AGKAMED, rechtliche Integration zum 1. Januar 2027 geplant
Standorte
Düsseldorf
Zielgruppen
Krankenhäuser
Schwerpunkte
Strategischer Einkauf, Pharma und klinische Pharmazie, Medizintechnik, Labordiagnostik, Vergaberecht

Medicalprodukte, Arzneimittel, Medizintechnik und Labordiagnostik: Den Einkauf in diesen Bereichen bündelt die EKK plus GmbH Dienstleistungs- und Einkaufsgemeinschaft Kommunaler Krankenhäuser für ihre Mitgliedskliniken. Die Gesellschaft mit Sitz in Düsseldorf ist eine Tochter der GDEKK GmbH und bietet zusätzlich ein Fort- und Weiterbildungsprogramm. Eine eigene Gewinnerzielungsabsicht besteht laut Website nicht, Überschüsse kommen den Mitgliedern zugute.

Der strategische Einkauf umfasst neben Medicalprodukten und Medizintechnik auch Lebensmittel sowie Büro-, Wirtschafts- und Verwaltungsbedarf; verhandelt werden zudem Garantie-, Wartungs- und Lieferbedingungen. In Standardisierungszirkeln stimmen Anwender, Einkäufer und Fachleute Produkte ab, ein eigenes Team pflegt die Konditionen tagesaktuell und prüft Artikeldaten auf Vollständigkeit und Plausibilität. Eine Abteilung für klinische Pharmazie verhandelt Arzneimittelverträge, steuert akute Lieferabrisse und berät Krankenhausapotheken etwa zu Arzneimitteltherapiesicherheit und Unit-Dose-Umstellungen; ein neunköpfiges Pharmaboard, vor allem aus leitenden Krankenhausapothekern, stößt verbundweite Projekte an. Kompetenzzentren für Medizintechnik und Labordiagnostik unterstützen bei Leistungsverzeichnissen und Ausschreibungen. Vergabeverfahren begleiten die Vergabeexperten bis zum Zuschlag, komplexe Verfahren führen sie im Namen der Kliniken durch.

Als IT-Systeme nennt die Website die Einkaufsplattform PRISMA und das Lieferantenmanagement- und Informationssystem LiMiS. Artikelstammdaten laufen über das Healthcare Content Data Portal (HCDP), Absatz- und Umsatzmeldungen im Format Health Care Sales Report (HCSR). Den jährlich vermittelten Umsatz beziffert EKK plus nach eigenen Angaben auf über 1,2 Milliarden Euro (Stand 2026). Nach eigener Darstellung ist die Gesellschaft eng an die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) angebunden.

Laut Startseite ist die GDEKK seit 1998 für kommunale Krankenhäuser tätig, später gemeinsam mit der Tochter EKK plus; seit 2009 laufen die Vergaben ausschließlich elektronisch. 2025 beschloss die Gesellschafterversammlung der AGKAMED Holding GmbH nach Zustimmung der GDEKK GmbH die Fusion mit EKK plus. Am 6. März 2026 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, seit April treten beide Einkaufsgemeinschaften im Verbund auf, seit 1. Mai 2026 unter gemeinsamer Leitung. Den neuen gemeinsamen Standort in Düsseldorf bezog EKK plus im Mai, AGKAMED im Juli 2026. Die gesellschaftsrechtliche Integration ist zum 1. Januar 2027 geplant. Für den Verbund nennen die Partner nach eigenen Angaben über 200 Krankenhäuser, fast 80 Krankenhausapotheken, über 50 Altenheime und rund 150 sonstige Einrichtungen sowie ein Einkaufsvolumen von fast 2 Milliarden Euro (Stand Dezember 2025).

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
Strategischer Einkauf Medical Einkaufsgemeinschaften Gebündelter Einkauf von Medicalprodukten, Medizintechnik, Lebensmitteln und Verwaltungsbedarf einschließlich Garantie- und Lieferbedingungen.
Pharma-Einkauf und klinische Pharmazie Einkaufsgemeinschaften Arzneimittelverträge, Analyse von Mengen und Boni, Steuerung von Lieferabrissen und Beratung von Krankenhausapotheken.
Kompetenzzentrum Medizintechnik Einkaufsgemeinschaften Marktbeobachtung, Leistungsverzeichnisse, rechtskonforme Ausschreibungen und Einbindung neuer Geräte in Infrastruktur und IT.
Kompetenzzentrum Labordiagnostik Einkaufsgemeinschaften Begleitung labormedizinischer Planungen und Ausschreibungen, Leistungsverzeichnisse aus einem Expertenkreis der Mitgliedshäuser.
Ausschreibungen und Vergaberecht Einkaufsgemeinschaften Vergabeverfahren von Ausschreibung und Submission bis zum Zuschlag, komplexe Verfahren im Namen der Kliniken.
Preisvergleiche, Benchmarks und Analysen Kostenrechnung und Benchmarking Online abrufbare Einkaufskonditionen, Vergleiche je Produktgruppe und wöchentliche Informationen zur Entwicklung der Konditionen.
Fort- und Weiterbildung (gemeinsame Akademie mit AGKAMED) Führungskräfteentwicklung und Inhouse-Schulung Online- und Präsenzseminare zu Einkauf, Vergaberecht, Controlling und Krankenhausorganisation sowie E-Learning-Kurse.
Regional- und Entwicklungspartnerschaften Einkaufsgemeinschaften Regionale Vernetzung der Mitgliedskliniken über Dialogveranstaltungen und Fachboards; die Pilotregion West startet 2026.

Häufige Fragen

Können auch nicht kommunale Krankenhäuser Mitglied werden?

Ja. Laut Website ist die Mitgliedschaft nicht auf kommunale Träger beschränkt; versorgt werden auch freigemeinnützige Häuser und Universitätskliniken. Seit 2026 arbeitet EKK plus zudem im Verbund mit der Einkaufsgemeinschaft AGKAMED.

Was bedeutet die Fusion mit AGKAMED für die Mitglieder?

2026 ist ein Übergangsjahr: Beide Gesellschaften bleiben rechtlich eigenständig, arbeiten aber als wirtschaftliche Einheit unter gemeinsamer Leitung. Das Fort- und Weiterbildungsprogramm wird bereits gemeinsam angeboten, die abschließende gesellschaftsrechtliche Integration ist zum 1. Januar 2027 geplant.

Wer kann die Fortbildungen nutzen?

Das Programm richtet sich an Mitarbeitende der Mitgliedshäuser von EKK plus und AGKAMED. Angeboten werden Online- und Präsenzseminare etwa zu Einkauf, Vergaberecht und Controlling sowie eine Online-Akademie mit 30 E-Learning-Kursen; angemeldet wird über LiMiS.

Wie beteiligen sich Lieferanten an Ausschreibungen?

Über ein elektronisches Bieterportal: Die Unterlagen lassen sich ohne Registrierung einsehen, Angebote werden ausschließlich elektronisch eingereicht. Für Lieferanten gilt ein Code of Conduct, außerdem besteht eine Meldestelle nach Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) und Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG).

Wie funktionieren die Regional- und Entwicklungspartnerschaften?

Mitgliedskliniken einer Region vernetzen sich über drei bis vier Dialogveranstaltungen im Jahr und über Fachboards zu Einkauf, Pharma und Medizintechnik. Das Modell startete 2025 mit einem Interessenbekundungsverfahren, die Pilotregion West beginnt 2026.

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