secunet Security Networks AG

Auf einen Blick

Gründung
1997
Mitarbeiter
über 1.300 (Eigenangabe, Stand 2026)
Standorte
Essen (Hauptsitz) und elf weitere Standorte in Deutschland
Konzern
Hauptanteilseigner Giesecke & Devrient, Notierung im SDAX
Zertifizierungen
gematik-Zulassung und BSI-Common-Criteria-Zertifizierung des secunet konnektors
Mitgliedschaften
Allianz für Cyber-Sicherheit (Partner)
Zielgruppen
Krankenhäuser, Arztpraxen und MVZ, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Ambulante Dienste, Reha-Kliniken, Therapiepraxen

Die secunet Security Networks AG aus Essen ist ein Cybersecurity-Anbieter mit eigenem Bereich für das Gesundheitswesen. Dort bündelt das 1997 gegründete Unternehmen sichere Identitäten, Cloud- und Edge-Sicherheit sowie die Anbindung an die Telematikinfrastruktur, für Krankenhäuser, Praxen, Apotheken, Pflege- und Reha-Einrichtungen ebenso wie für Gesundheitsdienstleister und Medizintechnikhersteller.

Für die Telematikinfrastruktur liefert secunet den von der gematik zugelassenen secunet konnektor, als Einboxgerät für Praxen und Apotheken oder als Rechenzentrumskonnektor; nach eigenen Angaben sind über 84.000 Geräte installiert (Stand 2026). Ein Software-Update auf PTV5 verlängert die Laufzeit und ergänzt die für die TI-Pauschale geforderten Anwendungen. Mit dem secunet TI-Gateway kommt der Zugang zur TI aus dem Rechenzentrum, über virtuelle Konnektoren auf Basis des Highspeed-Konnektors; entwickelt wurde es mit Worldline und Magellan, die Server liefert Lenovo. Pflege-, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen bindet secunet für KIM, Medikationsdaten aus der ePA und künftig elektronische Verordnungen an die TI an.

Zur Absicherung von Einrichtungen gehören Pentests und Sicherheitsanalysen, ISMS-Beratung, Incident Response, Risikomanagement und Awareness-Trainings. Mit secunet edge betreiben Klinikbetreiber, Gesundheitsdienstleister und Medizintechnikhersteller Managed Services und SaaS-Anwendungen auf einer zentral steuerbaren Edge-Gateway-Plattform vor Ort. Eine souveräne Cloud-Infrastruktur dient als Basis für TI, Medizintechnik, klinische Anwendungen und digitale Plattformen, eine PKI-Lösung verwaltet Identitäten und Zertifikate von Personen und Geräten. Im EU-geförderten Forschungsprojekt CYMEDSEC arbeitet secunet an Cybersicherheitsstandards für vernetzte Medizinprodukte nach dem Security-by-Design-Ansatz.

Das Unternehmen ist im SDAX notiert, Hauptanteilseigner ist Giesecke & Devrient. Nach eigenen Angaben beschäftigt secunet über 1.300 Mitarbeitende (Stand 2026); in Deutschland unterhält das Unternehmen zwölf Standorte, darunter Berlin, Bonn, Dresden, Hamburg, München und Stuttgart. Der Konzernumsatz lag 2025 bei rund 459 Millionen Euro. Zudem ist secunet IT-Sicherheitspartner der Bundesrepublik Deutschland und Partner der Allianz für Cyber-Sicherheit.

2026 bildete secunet mit DCSO und Tenzir ein Konsortium, das Cyberangriffe in kritischen Sektoren früher erkennen soll, und vereinbarte mit Bechtle eine Partnerschaft für souveräne Sicherheitslösungen. Auf der Karriereseite waren im Oktober 2026 Stellen ausgeschrieben, etwa in Softwareentwicklung, IT-Consulting und Sicherheitsevaluierung sowie Test und Qualitätssicherung.

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
secunet konnektor Telematikinfrastruktur und ePA-Anbindung Von der gematik zugelassener Konnektor als Einboxgerät oder als Rechenzentrumskonnektor für bis zu 100 Kartenterminals.
secunet TI-Gateway Telematikinfrastruktur und ePA-Anbindung TI-Zugang aus dem Rechenzentrum über virtuelle Konnektoren, kombiniert mit der kartenlosen Institutionsidentität SM-B.
TI-Anbindung für Pflegedienste Telematikinfrastruktur und ePA-Anbindung Anschluss von Pflege-, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen für KIM, ePA-Medikationsdaten und künftige elektronische Verordnungen.
secunet edge im Gesundheitswesen IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen Zentral gesteuerte Edge-Gateways, auf denen Kliniken und Hersteller Managed Services und SaaS-Anwendungen vor Ort betreiben.
Souveräne Cloud-Infrastruktur IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen Cloud-Basis für Telematikinfrastruktur, Medizintechnik, klinische Anwendungen und digitale Plattformen im Gesundheitswesen.
PKI und Zertifikatsmanagement IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen Verwaltung digitaler Identitäten und Zertifikate von Personen und Geräten für eine abgesicherte Kommunikation.
IT-Sicherheitsberatung und ISMS IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems und Umsetzung von Vorgaben wie NIS-2 in Gesundheitseinrichtungen.
Pentests und Sicherheitsanalysen (HealthCheck, CareShield) IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen Simulierte Angriffe von innen und außen als einmalige Tiefenanalyse oder als fortlaufende Absicherung.
Incident Response, Risikomanagement und Awareness-Training IT-Sicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen Kurzfristig abrufbare Hilfe bei Cyberangriffen, Risikoanalysen und Notfallmanagement sowie Schulungen für Beschäftigte.

Häufige Fragen

Wie viele Kartenterminals unterstützt der secunet konnektor?

Der Einboxkonnektor ist für 50 Kartenterminals zugelassen, empfohlen werden 25. Der Rechenzentrumskonnektor ist für 100 Kartenterminals zugelassen, empfohlen werden hier 50. Beide Varianten tragen die Zulassung der gematik.

Was ändert sich mit dem TI-Gateway in einer Einrichtung?

Lokaler Konnektor und physische SMC-B im Kartenterminal entfallen. Die Institutionsidentität liegt als SM-B im Hardware-Sicherheitsmodul des Highspeed-Konnektors im Rechenzentrum; die Einrichtung bindet sich per WireGuard, IPsec oder secunet edge an, ein automatisiertes Failover ist vorgesehen.

Für welche Einrichtungen ist das TI-Gateway gedacht?

Für Arztpraxen und MVZ, Krankenhäuser, Apotheken, Pflege- und Reha-Einrichtungen, Heil- und Hilfsmittelerbringer, mobile Dienste und Organisationen mit mehreren Standorten. Bestehende secunet konnektoren lassen sich auf TI-Gateway-Instanzen migrieren, die Konfiguration wird dabei automatisch übernommen.

Wie unterstützt secunet Kliniken bei der Umsetzung von NIS-2?

Mit ISMS-Beratung zur Umsetzung regulatorischer Vorgaben wie NIS-2 und mit Pentests für Kliniken, MVZ und andere Leistungserbringer. Diese gibt es als einmaligen HealthCheck oder als fortlaufendes CareShield; dazu kommen Risikoanalysen und Schulungen für Beschäftigte.

Welche Zertifizierungen hat der secunet konnektor?

Neben der gematik-Zulassung ist er nach den BSI-Schutzprofilen BSI-CC-PP-0097 und BSI-CC-PP-0098 zertifiziert. Für den Einboxkonnektor nennt secunet die Zertifikate BSI-DSZ-CC-1044-V7 und BSI-DSZ-CC-1209, für den Rechenzentrumskonnektor BSI-DSZ-CC-1218 und BSI-DSZ-CC-1128-V6.

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