Auf einen Blick
- Gründung
- 2016 in Berlin
- Mitarbeiter
- nach eigenen Angaben 60 (Stand August 2023)
- Standorte
- Berlin (Hauptsitz)
- Zertifizierungen
- CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt der Klasse I, DIN EN ISO 13485 (2023), ISO 27001; Bulimie-Kurs seit 14.08.2023 dauerhaft im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet (Stand Oktober 2026)
- Konzern
- MEDICE Health Family (seit 2025)
- Zielgruppen
- Arztpraxen und MVZ, Therapiepraxen, Krankenkassen, Unternehmen (BGM)
- Schwerpunkte
- Online-Kurse bei Depression, Angststörungen, Essstörungen und chronischen Schmerzen
Die Selfapy GmbH aus Berlin entwickelt Online-Kurse für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können die Kurse als digitale Gesundheitsanwendung verordnen, alternativ genügt ein Diagnosenachweis. Die Inhalte stammen von klinischen Psychologinnen und Psychologen. Gegründet wurde das Unternehmen 2016 von drei Mitgründerinnen, darunter zwei Psychologinnen; seit 2025 gehört es zur MEDICE Health Family.
Methodisch folgen die Kurse der kognitiven Verhaltenstherapie in Form angeleiteter Selbsthilfe, mit zwölf Lektionen über zwölf Wochen. Angeboten werden Kurse bei Depression, auch in leichter Ausprägung, bei generalisierter Angststörung, Binge-Eating-Störung und Bulimie; der Bulimie-Kurs vermittelt unter anderem Psychoedukation und Strategien zur Emotions- und Stressregulation. Kurse bei chronischen Schmerzen und Panikstörung sind laut Startseite derzeit für Privatversicherte vorgesehen. Über ein Partnerprogramm öffnen acht private Versicherer, eine Betriebskrankenkasse und Unternehmen ihren Versicherten oder Beschäftigten den Zugang zu den Kursen.
Laut Pressebereich sind die Kurse bei Depression, bei generalisierter Angststörung für Patientinnen und bei Binge-Eating-Störung dauerhaft im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet, der Bulimie-Kurs seit dem 14.08.2023 (Stand Oktober 2026). Die Kurse sind als Medizinprodukt der Klasse I CE-gekennzeichnet, das Qualitätsmanagement ist seit 2023 nach DIN EN ISO 13485 zertifiziert, die IT-Systeme nach ISO 27001. Nach eigenen Angaben haben über 40.000 Menschen die Kurse genutzt (Stand 2026); Selfapy beschäftigte 60 Mitarbeitende (nach eigenen Angaben, Stand August 2023).
Zu jeder Indikation hat Selfapy randomisierte kontrollierte Studien mit Hochschulpartnern durchgeführt. Die Studie zur Depression mit der Charité Berlin umfasste über 400 Teilnehmende und erschien 2022 in JMIR Formative Research. Mit der Justus-Liebig-Universität Gießen wurden generalisierte Angststörung und Panikstörung mit je 156 Teilnehmenden gegen eine Wartelisten-Kontrollgruppe untersucht, die Studie zur Angststörung erschien 2024 in Internet Interventions. Die Studien zu Binge-Eating-Störung und Bulimie mit der Universität Heidelberg veröffentlichte JAMA Network Open 2024; eine Studie zu chronischen Schmerzen mit der Humboldt-Universität zu Berlin und 224 Teilnehmenden ist laut Website in Vorbereitung zur Publikation.
2020 sammelte Selfapy in einer Finanzierungsrunde 6 Millionen Euro ein, beteiligt war der Medtech-Investor SHS. 2023 brachte das Unternehmen den Kurs bei chronischen Schmerzen auf den Markt, dessen Vermarktung und Einführung Pfizer begleitete; im selben Jahr stieg ein Pharmapartner als Investor ein.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Selfapys Online-Kurs bei Depression | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Kurs auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie mit zwölf Lektionen, auch bei leichter Depression verordnungsfähig, PZN 16954730. |
| Online-Kurs bei Generalisierter Angststörung | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Selbsthilfeprogramm bei generalisierter Angststörung nach ICD-10 F41.1 mit zwölf Lektionen, verordnungsfähig unter PZN 17554323. |
| Online-Kurs bei Binge-Eating-Störung | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Online-Kurs bei Binge-Eating-Störung mit zwölf Lektionen über zwölf Wochen, entwickelt von klinischen Psychologinnen und Psychologen. |
| Online-Kurs bei Bulimie | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Psychoedukation und Strategien zur Emotions- und Stressregulation bei Bulimia nervosa, aufgebaut als angeleitete Selbsthilfe. |
| Online-Kurse bei chronischen Schmerzen und Panikstörung | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Zwölfwöchige Kurse, laut Startseite derzeit für Privatversicherte; der Schmerzkurs kam 2023 mit Pfizer als Vermarktungspartner auf den Markt. |
| Partnerprogramm für Versicherer und Unternehmen | Mitarbeiterberatung (EAP) und psychische Gesundheit | Private Versicherer, eine Betriebskrankenkasse und Unternehmen eröffnen Versicherten oder Beschäftigten den Zugang zu den Kursen. |
| Service für Fachkreise | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Infomaterial, Verordnungs- und Starterpakete, Testzugänge sowie CME-Webinare mit dem Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung. |
Häufige Fragen
Wie wird ein Selfapy-Kurs verordnet?
Die Verordnung erfolgt über die PZN im Praxisverwaltungssystem oder auf Muster 16 mit dem Vermerk Digitale Gesundheitsanwendung, PZN und Kursbezeichnung. Die Krankenkasse stellt danach einen 16-stelligen Freischaltcode aus; jede Indikation braucht eine eigene Verordnung und einen eigenen Code.
Berührt die Verordnung den Anspruch auf Psychotherapie?
Nein. Laut Seite für Fachkreise bleibt der Anspruch auf eine Psychotherapie unberührt. Die Kurse sind so angelegt, dass sie begleitend zu einer Psychotherapie, überbrückend oder im Anschluss daran genutzt werden können.
Für wen sind die Kurse nicht geeignet?
Laut der Seite für Fachkreise sind die Kurse nicht für Personen unter 18 Jahren geeignet. Ausschlussgründe sind außerdem Suizidgedanken, schwere depressive Episoden, psychotische Störungen und eine Substanzabhängigkeit.
Können Praxen die Kurse vorab testen?
Ja. Fachpersonen erhalten auf Anfrage einen Testzugang, wenn sie die gewünschte Indikation angeben. Dazu kommen Infomaterial, Verordnungs- und Starterpakete sowie CME-Webinare zu DiGA im Bereich Psyche, die Selfapy gemeinsam mit dem Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung anbietet.