Auf einen Blick
- Gründung
- April 2005, gemeinnütziger Verein
- Mitarbeiter
- 11 in der Geschäftsstelle (Teamliste, Stand Oktober 2026)
- Standorte
- Geschäftsstelle Berlin
- Zielgruppen
- Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und MVZ, Apotheken, Krankenkassen
- Schwerpunkte
- Handlungsempfehlungen, Patientensicherheitsindikatoren, Sepsis-Aufklärung, Welttag der Patientensicherheit
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Geschäftsstelle in Berlin, gegründet im April 2005. Im APS haben sich Einzelpersonen, Kliniken, Praxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Kammern, Krankenkassen, Industrie, Behörden und Patientenorganisationen zusammengeschlossen. Das Bündnis veröffentlicht Handlungsempfehlungen, Patienteninformationen, Stellungnahmen und Pressemitteilungen zur Patientensicherheit; als Grundregeln nennt es Unabhängigkeit, die Bündelung von Fachkompetenzen, multidisziplinäre Vernetzung und Arbeit aus der Praxis für die Praxis.
Die Handlungsempfehlungen entstehen ehrenamtlich in Arbeits- und Expertengruppen, in denen Fachleute aller Gesundheitsbereiche, Patientenvertreter und Patienten mitarbeiten. Ein eigener Leitfaden regelt ihre Erstellung, Entwürfe werden öffentlich zur Kommentierung gestellt, und die fertigen Empfehlungen stehen allen Einrichtungen frei zur Verfügung. Eine Veröffentlichungsreihe zu Hochrisikoarzneimitteln beginnt mit dem sicheren Umgang mit Methotrexat in einmal wöchentlicher Dosierung. Für Patientinnen und Patienten gibt es Broschüren, Erklärvideos und Checklisten, etwa die Broschüre „Speak up“.
Im Projekt PSI-BUND, gefördert vom Innovationsausschuss des G-BA, entwickelt das APS bis 2026 ein bundesweites Kern-Set von Patientensicherheits- und AMTS-Indikatoren. Partner sind die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, die Philipps-Universität Marburg, die Technische Universität Dresden, die BAG Selbsthilfe und die AWMF; methodisch stützt sich das Projekt auf eine Indikatoren-Datenbank, Fokusgruppen-Interviews und die Beteiligung von Patientenvertretung, Fachgesellschaften und Selbstverwaltung. Das abgeschlossene Projekt CIRSforte entwickelte Fehlerberichts- und Lernsysteme für die ambulante Versorgung weiter.
Geleitet wird der Verein von einem ehrenamtlichen Vorstand mit neun Mitgliedern, gewählt für drei Jahre und beraten von Kuratorium und Beirat; im April 2026 wählte die Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand. Die hauptamtliche Geschäftsstelle umfasst laut Teamliste elf Personen, die Mitgliederliste nennt 61 Förder- und Premium-Mitglieder aus dem Kreis der Institutionen (Stand Oktober 2026).
Nach Angaben des Bündnisses legte die Weltgesundheitsversammlung 2019 auf seine Initiative den 17. September als Welttag der Patientensicherheit fest; in Deutschland koordiniert das Bündnis den Aktionstag mit Förderung des Bundesgesundheitsministeriums. 2021 startete es die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, ab Juli ebenfalls vom Ministerium gefördert. Jährlich vergibt das APS den Deutschen Preis für Patientensicherheit, zuletzt im September 2026. Stellungnahmen erschienen 2026 unter anderem zur Widerspruchslösung bei der Organspende und zum Aktionsplan Wiederbelebung.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Handlungsempfehlungen | Klinisches Risikomanagement und CIRS | Empfehlungen aus ehrenamtlichen Arbeitsgruppen zu Themen der Patientensicherheit, frei verfügbar für alle Einrichtungen. |
| Reihe Hochrisikoarzneimittel | Klinisches Risikomanagement und CIRS | Veröffentlichungsreihe zum sicheren Umgang mit Hochrisikoarzneimitteln, gestartet mit wöchentlich dosiertem Methotrexat. |
| PSI-BUND | Klinisches Risikomanagement und CIRS | G-BA-gefördertes Projekt für ein bundesweites Kern-Set von Patientensicherheits- und AMTS-Indikatoren bis 2026. |
| CIRSforte (abgeschlossen) | Klinisches Risikomanagement und CIRS | Weiterentwicklung von Fehlerberichts- und Lernsystemen für die ambulante Versorgung zu einem einsatzreifen System. |
| Welttag der Patientensicherheit | Netzwerke und Initiativen | Koordination des Aktionstags am 17. September in Deutschland mit Aufruf an Einrichtungen zu eigenen Aktionen. |
| #DeutschlandErkenntSepsis | Netzwerke und Initiativen | Seit 2021 geleitete Aufklärungskampagne für Bevölkerung und Fachpersonal, gemeinsam mit Sepsis-Partnerorganisationen. |
| Deutscher Preis für Patientensicherheit | Netzwerke und Initiativen | Jährliche Auszeichnung für Projekte und wissenschaftliche Arbeiten zur Patientensicherheit mit Kooperationspartnern aus mehreren Branchen. |
| Patienteninformationen | Netzwerke und Initiativen | Broschüren, Erklärvideos und Checklisten für Patientinnen und Patienten, darunter die Broschüre „Speak up“. |
| Politische Positionen und Stellungnahmen | Netzwerke und Initiativen | Stellungnahmen und Pressemitteilungen zu gesundheitspolitischen Themen, 2026 etwa zu Organspende und Wiederbelebung. |
Häufige Fragen
Wer kann Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit werden?
Neben Einzelpersonen auch Kliniken, Praxen, Apotheken, Pflege- und Bildungseinrichtungen, Verbände, Kammern, Krankenkassen, Versicherer, Unternehmen, Behörden und Patientenorganisationen. Korrespondierende Mitglieder sind unter anderem die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe und das Deutsche Netzwerk für Versorgungsforschung.
Wie können Einrichtungen die Handlungsempfehlungen einsetzen?
Die Empfehlungen dienen als Grundlage für betriebsinterne Richtlinien und stehen frei zur Verfügung. Die Verantwortung für die Anwendung im eigenen Haus liegt laut APS bei der jeweiligen Einrichtung; zu neuen Publikationen ruft das Bündnis öffentlich zur Kommentierung auf.
Wie entsteht eine neue Arbeitsgruppe im APS?
Fachleute sowie Patientinnen und Patienten melden ihr Interesse bei der Geschäftsstelle. Eine neue Gruppe wird eingerichtet, sobald der Vorstand ein Exposé dazu freigegeben hat; 2025 entstand etwa die Expertengruppe Patientensicherheit bei Ernährungstherapie.
Welchen Schwerpunkt hatte der Welttag der Patientensicherheit 2026?
Im Mittelpunkt stand 2026 die sichere Versorgung von Menschen mit nicht übertragbaren, chronischen Erkrankungen. Einrichtungen waren aufgerufen, sich am 17. September mit eigenen Aktionen zu beteiligen; das APS bündelt diese Aktivitäten für Deutschland.