Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr)

Auf einen Blick

Gründung
1886 als Fuhrwerks-Berufsgenossenschaft in Berlin, heutige Form seit 2016
Mitarbeiter
rund 1.500 (nach eigenen Angaben, Stand Oktober 2026)
Standorte
Hauptverwaltung Hamburg, acht Bezirksverwaltungen (nach eigenen Angaben, Stand Oktober 2026)
Zielgruppen
Unternehmen (BGM)
Schwerpunkte
Unfallversicherung, ASD, Arbeits- und Verkehrsmedizin, Trauma-Lotsen, Seminare

Güter- und Personentransport, Entsorgung, Post-Logistik, Luftfahrt, Binnen- und Seeschifffahrt, Fischerei und Telekommunikation gehören zum Zuständigkeitsbereich der Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr). Als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Hauptverwaltung in Hamburg ist sie Träger der gesetzlichen Unfallversicherung dieser Branchen und bietet Betrieben Prävention, Informationen zur Betriebsmedizin und Seminare an.

Mitgliedsbetriebe mit bis zu 50 Beschäftigten können den Arbeitsmedizinischen und Sicherheitstechnischen Dienst (ASD) nutzen, der betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung über Vertragspartner aus einer Hand organisiert. Dazu gehören Betriebsbesichtigungen, Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen. Der Dienst folgt einer Präventionskette aus vier Elementen: Verantwortung mit der Bestellung von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie der Organisation von Erster Hilfe und Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Betriebsanweisungen.

Zur psychischen Gesundheit stellt die BG Verkehr Hilfen für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung bereit; nach traumatisierenden Ereignissen stehen in den Bezirksverwaltungen Trauma-Lotsen als Ansprechpersonen zur Verfügung. Zu Muskel-Skelett-Belastungen wie Heben und Tragen, Ziehen und Schieben oder Zwangshaltungen gibt es Medien, Regelwerk und einen eigenen Fachkontakt. Die Prävention ist nach Branchen gegliedert, mit eigenen Seiten etwa für Taxi, Bus, Entsorgung oder Brief- und Paket-Logistik; im September 2026 erschien eine aktualisierte Unterweisungsmappe für den Güterkraftverkehr.

Neben der Hauptverwaltung unterhält die BG Verkehr nach eigenen Angaben acht Bezirksverwaltungen in Hamburg, Hannover, Berlin, Dresden, Wuppertal, Wiesbaden, München und Tübingen (Stand Oktober 2026). In Tübingen werden die Arbeits- und Dienstunfälle aus den Mitgliedsunternehmen von Post und Telekom bearbeitet. Eine Dienststelle Schiffssicherheit mit Seeärztlichem Dienst nimmt Aufgaben nach der Schiffsausrüstungsrichtlinie 96/98/EG wahr. Für 2025 nennt die BG Verkehr nach eigenen Angaben 182.836 Mitgliedsunternehmen und 1.799.329 Versicherte, gerechnet in Vollarbeitern (Stand der Seite September 2026). Die Zahl der eigenen Beschäftigten liegt nach eigenen Angaben bei rund 1.500 (Stand Oktober 2026).

Ihre Geschichte beginnt mit der Fuhrwerks-Berufsgenossenschaft, gegründet am 1. Juli 1886 in Berlin. 1945 folgte die Umbenennung in Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF), seit 1953 sitzt die Hauptverwaltung in Hamburg. Nach der Fusion mit der Binnenschifffahrts-Berufsgenossenschaft 2005 schlossen sich BGF und See-Berufsgenossenschaft 2010 zur BG Verkehr zusammen, 2016 kam die Unfallkasse Post und Telekom hinzu. Gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) richtete die BG Verkehr 2026 in Hamburg ein Symposium zu Bewegungsmangel und Stress im Güterfernverkehr aus.

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
Gesetzliche Unfallversicherung für Verkehr, Post-Logistik und Telekommunikation Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften Versicherungsträger für Transport, Entsorgung, Luftfahrt, Schifffahrt, Fischerei, Post-Logistik und Telekommunikation.
Arbeitsmedizinischer und Sicherheitstechnischer Dienst (ASD) Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung über Vertragspartner, ausschließlich für Mitgliedsbetriebe der Berufsgenossenschaft.
Arbeits- und Verkehrsmedizin Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit Untersuchungen nach DGUV-Empfehlungen, Gesundheitsberichte, Bescheinigungen für Berufskraftfahrer und Fortbildungen für Ärzte.
Arbeitspsychologie und Trauma-Lotsen Mitarbeiterberatung (EAP) und psychische Gesundheit Unterstützung bei der Beurteilung psychischer Belastung und Vermittlung von Behandlung nach traumatisierenden Ereignissen.
Muskel-Skelett-Belastungen Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung Medien, Regelwerk und Fachkontakt zu Heben, Tragen, Ziehen, Schieben, Körperkräften und Zwangshaltungen.
Seminare und Qualifizierung Führungskräfteentwicklung und Inhouse-Schulung Seminare für Arbeitsschutzakteure mit Sifa-Lehrgang, Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten und Ersthelfern sowie Online-Lernen.

Häufige Fragen

Wie oft müssen Beschäftigte unterwiesen werden?

Laut ASD-Leistungsspektrum mindestens einmal jährlich. Hinzu kommen Unterweisungen bei Neueinstellung, bei einem Wechsel von Tätigkeit oder Arbeitsplatz und immer dann, wenn sich Abläufe oder Technik ändern. Die Unterweisung ist eines der vier Elemente der Präventionskette im ASD.

Welche Aufgaben übernehmen die Betriebsärzte im ASD?

Die Betriebsärzte beraten den Unternehmer, ermitteln arbeitsbedingte Erkrankungen, erstellen Gesundheitsberichte, besichtigen Betriebe und untersuchen nach den Empfehlungen der DGUV. Für Berufskraftfahrer stellen sie Bescheinigungen nach der Fahrerlaubnisverordnung aus. Den ASD können ausschließlich Mitgliedsbetriebe der BG Verkehr nutzen.

Welche Unterstützung gibt es nach einem Überfall auf Fahrpersonal?

Ansprechpersonen sind die geschulten Trauma-Lotsen in den Unfallabteilungen der Bezirksverwaltungen. Führungskräfte und Betroffene erreichen sie telefonisch; nach Überfällen, schweren Unfällen oder Übergriffen vermitteln die Lotsen Behandlungsmöglichkeiten und geeignete Therapeuten.

Wie groß ist das Seminarangebot der BG Verkehr?

Jährlich finden rund 300 Seminare für betriebliche Arbeitsschutzakteure statt. Dazu gehören der Qualifizierungslehrgang für Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten und Ersthelfern sowie Online-Lernangebote, die das Präsenzprogramm ergänzen.

Weitere Firmen