Auf einen Blick
- Gründung
- 2015
- Mitarbeiter
- 10 Personen auf der Teamseite (Stand Oktober 2026)
- Standorte
- Freiburg im Breisgau
- Zielgruppen
- Unternehmen (BGM), Öffentliche Verwaltung
- Schwerpunkte
- COPSOQ-Befragungen, Daten für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, arbeitswissenschaftliche Forschung
Unter dem Namen „FFAW: Freiburger Forschungsstelle für Arbeitswissenschaften GmbH“ arbeitet in Freiburg im Breisgau ein Team aus Sozial- und Gesundheitswissenschaftlern, das Beschäftigte zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz befragt. Unternehmen und öffentliche Verwaltungen nutzen die Ergebnisse als Datengrundlage für die Gefährdungsbeurteilung, wobei die GDA-Empfehlungen 2026 zur psychischen Belastung berücksichtigt werden. Instrument ist der Copenhagen Psychosocial Questionnaire in der deutschen Version COPSOQ III, die 2021 validiert und 2026 um die Skalen „Ungeeignete Arbeitsmittel“ und „Unterbrechungen der Arbeit“ samt Vergleichswerten ergänzt wurde.
Zu Beginn stimmt die FFAW mit dem Betrieb die Organisationsstruktur ab, anschließend läuft die Befragung meist vier Wochen lang online oder auf Papier. Ausgewertet wird anonym auf Gesamt- und Gruppenebene; der Ergebnisbericht liegt innerhalb von vier Wochen nach Befragungsende vor. Zusatzmodule erweitern den Fragebogen um Kundenkontakt, sexuelle Belästigung, Homeoffice, Pädagogik, diskriminierungsfreien Arbeitsplatz und Angebote der Gesundheitsförderung. Seit 2026 gibt es ein Modul mit neun Fragen zur Sicherheitskultur für sicherheitskritische Bereiche und Behörden. Befragt werden kann in 28 Sprachen, darunter alle EU-Sprachen, weitere Sprachen werden auf Anfrage übersetzt.
Nach eigenen Angaben haben in Deutschland über 800.000 Beschäftigte den COPSOQ ausgefüllt (Stand Oktober 2026). Ein Online-Selbsttest stellt eigene Antworten den Durchschnittswerten aus den anonymisierten Angaben von über 250.000 Befragten gegenüber. Die Teamseite nennt zehn Personen (Stand Oktober 2026). Neben betrieblichen Aufträgen führt die FFAW Großbefragungen von Lehrkräften und Schulleitungen mit einem um schulspezifische Fragen ergänzten COPSOQ durch, unter anderem im Auftrag von Landesministerien, und forscht etwa zu Belastungen schwangerer Beschäftigter oder zu Cybermobbing gegen Lehrkräfte. Über das internationale COPSOQ-Netzwerk wirkte sie 2019 an der Kernversion des COPSOQ III mit.
Erstmals erprobt wurde der COPSOQ in Deutschland 2005 im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Die FFAW GmbH entstand 2015; 2018 erhielt ein Fachaufsatz aus dem Team den Julius-Springer-Preis des Zentralblatts für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie. 2025 standen zehn Jahre FFAW und 20 Jahre COPSOQ in Deutschland an. Im selben Jahr stellte die Forschungsstelle in Berlin Ergebnisse einer Befragung von 7.364 schulischen Leitungskräften aus 14 Bundesländern vor. 2026 folgten zwei Beiträge auf dem VDBW-Kongress „Health in Care Professions“ in Erfurt.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| COPSOQ-Befragung zu psychischen Belastungen | Mitarbeiterberatung (EAP) und psychische Gesundheit | Anonyme Beschäftigtenbefragung mit dem COPSOQ, online oder schriftlich, ausgewertet für Gesamtbetrieb und Gruppen. |
| Datengrundlage für die Gefährdungsbeurteilung | Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit | Ergebnisse zeigen Stärken und Gefährdungen und berücksichtigen die GDA-Empfehlungen 2026 zur psychischen Belastung. |
| Vergleich mit der COPSOQ-Referenzdatenbank | BGM-Beratung und -Konzepte | Einordnung anhand berufsspezifischer Referenzwerte, Bericht spätestens vier Wochen nach Ende der Befragung. |
| Zusatzmodule zum Fragebogen | Mitarbeiterberatung (EAP) und psychische Gesundheit | Ergänzende Fragen etwa zu Kundenkontakt, Homeoffice, sexueller Belästigung, Sicherheitskultur oder Gesundheitsförderung. |
| Mehrsprachige Befragungen | BGM-Beratung und -Konzepte | Fragebogen in 28 Sprachen einschließlich aller EU-Sprachen, weitere Übersetzungen auf Anfrage. |
| Befragungen im Schulbereich | Mitarbeiterberatung (EAP) und psychische Gesundheit | Großbefragungen von Lehrkräften und Schulleitungen mit einem schulspezifisch erweiterten COPSOQ. |
| Forschungsprojekte zu psychosozialen Arbeitsbedingungen | BGM-Beratung und -Konzepte | Studien mit Publikationen und Kongressbeiträgen, etwa zu schwangeren Beschäftigten oder Cybermobbing gegen Lehrkräfte. |
Häufige Fragen
Wie bleibt die Anonymität der Befragten gewahrt?
Die Antworten gehen anonym an die FFAW und werden nur auf Gesamt- und Gruppenebene ausgewertet. Für Gruppen mit weniger als fünf Personen trifft die Forschungsstelle keine Aussagen, damit sich Ergebnisse nicht auf Einzelne zurückführen lassen.
Ist neben der Online-Befragung auch eine Papierversion möglich?
Ja. Die FFAW bietet neben der Online-Version eine Papierfassung des Fragebogens an, der portofreie Rückumschläge beiliegen. Das Ausfüllen dauert etwa 20 Minuten; befragt wird meist über einen Zeitraum von vier Wochen.
Welche Vergleichswerte erhält ein Betrieb?
Die eigenen Ergebnisse werden berufsspezifischen Referenzwerten aus der COPSOQ-Datenbank gegenübergestellt. Daraus wird sichtbar, wo der Betrieb im Vergleich Stärken hat und wo Gefährdungen liegen; auch für die beiden 2026 eingeführten Skalen gibt es Vergleichswerte.
Begleitet die FFAW auch die Umsetzung von Maßnahmen?
Über Maßnahmen entscheidet der Betrieb selbst. Die FFAW liefert mit dem Ergebnisbericht die Datengrundlage für diese Entscheidung und vermittelt bei Bedarf Kooperationspartner, die Unternehmen bei der weiteren Arbeit unterstützen.