Recare Deutschland GmbH

Auf einen Blick

Gründung
2017 in Berlin
Mitarbeiter
nach eigenen Angaben mehr als 100 (Stand 2026)
Standorte
Berlin (Hauptsitz)
Zertifizierungen
ISO/IEC 27001, BSI C5 (August 2024), BSI C5 Typ 2 (Juni 2025)
Zielgruppen
Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen
Schwerpunkte
Digitales Entlassmanagement, Versorgungskoordination, KI für Dokumentation, Kodierung und MD-Management

Seit der Gründung 2017 in Berlin arbeitet die Recare Deutschland GmbH an der Digitalisierung von Entlassmanagement und Versorgungskoordination. Die Plattform verbindet Krankenhäuser mit Pflegeeinrichtungen und Reha-Kliniken: Kliniken fragen darüber Nachversorgungsplätze an, die Einrichtungen empfangen die Anfragen gebündelt. Seit 2025 erweitert Recare das Angebot um KI-Anwendungen für die Dokumentation und die Automatisierung von Versorgungsprozessen.

Mit recare discharge senden Krankenhäuser Anfragen strukturiert an passende Pflege- und Reha-Einrichtungen, die Patientendaten übernimmt das Modul per HL7 aus dem KIS. Auf der Gegenseite bündelt recare inbox die Klinikanfragen und überträgt Kerndaten per FHIR in die vorhandene Pflegesoftware. Das Modul recare predict schätzt bereits bei der Aufnahme anhand von Alter, Geschlecht und Diagnosen den Pflege- oder Reha-Überleitungsbedarf und zeigt ihn dem Sozialdienst in einem Dashboard. KI-Agenten unter den Namen recare voice, docs und extract dokumentieren Patientengespräche in Echtzeit, erstellen Arztbriefe und Anträge und lesen Daten aus Befunden, PDFs und Scans aus; recare operator überträgt diese Dokumentation auf Knopfdruck in das KIS.

Seit September 2026 erprobt Recare gemeinsam mit Krankenhäusern zwei weitere Module, die laut Website als Private Beta laufen. recare coding liefert ICD- und OPS-Kodiervorschläge mit Belegstellen aus der Fallakte und ermittelt die DRG über einen lizenzierten Grouper, recare MD management bereitet MD-Prüffälle mit Belegen aus der Patientenakte auf und entwirft einen begründeten Widerspruch. Zudem arbeitet das Unternehmen an branchenweiten Standards wie ISiK, ISiP und MIO mit.

Patientendaten werden nach dem Zero-Knowledge-Prinzip bereits im Browser verschlüsselt; ein Teil der Verschlüsselung für recare discharge liegt bei einem Drittanbieter in der EU. Externe Penetrationstests finden jährlich statt, und individuelle Patientendaten fließen laut Website nicht in das KI-Training ein. Das Team umfasst nach eigenen Angaben mehr als 100 Beschäftigte (Stand 2026). Ebenfalls nach eigenen Angaben nutzen über 1.000 Krankenhäuser recare discharge, im Netzwerk sind über 26.000 Pflege- und über 650 Reha-Einrichtungen (Stand 2026).

2018 kam eine Lösung für die Akutgeriatrie hinzu, das Netzwerk wuchs auf über 2.500 Pflegeeinrichtungen, 2019 folgte das Reha-Modul. 2021 erfüllte die Plattform die Muss-Kriterien nach KHZG und erhielt mit ORBIT eine Schnittstelle für den strukturierten Datenaustausch. 2023 übernahm Recare die Pflegeplatzmanager GmbH und erreichte 300.000 Versorgungen, 2024 ging der Pflegefinder Bayern live. Im Januar 2026 schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 37 Millionen Euro ab, Lead-Investor war DNV.

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
recare discharge Patientenportale und Terminmanagement Strukturierte Nachversorgungsanfragen aus dem Krankenhaus an Pflege- und Reha-Einrichtungen, Patientendaten per HL7 aus dem KIS.
recare inbox Pflege- und Heimsoftware Gemeinsames Postfach für Klinikanfragen in Pflege- und Reha-Einrichtungen mit FHIR-Übergabe an die eigene Pflegesoftware.
recare coding Medizincontrolling und Kodierung KI-Vorschläge für ICD- und OPS-Kodes mit Belegstellen und DRG-Ermittlung, derzeit als Private Beta.
recare MD management MD-Prüf- und Fallmanagement Aufbereitung von MD-Prüffällen mit Aktenbelegen und Entwurf eines begründeten Widerspruchs, derzeit als Private Beta.
recare voice, docs und extract Krankenhausinformationssysteme (KIS) KI-Agenten für Gesprächsdokumentation, Arztbriefe, Anträge und das Auslesen von Befunden, PDFs und Scans.
recare predict Datenanalyse, BI und Medizincontrolling-Software Prognose des Pflege- oder Reha-Bedarfs ab der Aufnahme, aufbereitet in einem Dashboard für den Sozialdienst.
recare operator Krankenhausinformationssysteme (KIS) Überträgt mit Recare erstellte Notizen und Arztbriefe auf Knopfdruck in das Krankenhausinformationssystem.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Anbindung von Recare an das KIS?

Recare bindet gängige KIS über HL7-Schnittstellen ohne proprietäre Lösungen an; die technische Integration dauert laut Website wenige Wochen. Danach folgen Schulungs-Workshops, ein Pilot in ausgewählten Abteilungen und anschließend der Rollout.

Wo werden die Daten verarbeitet und welche Nachweise liegen vor?

Verarbeitung und Hosting finden ausschließlich in Deutschland statt. Recare ist nach ISO/IEC 27001 zertifiziert und verfügt über ein BSI-C5-Testat vom August 2024 sowie ein C5-Testat Typ 2 vom Juni 2025; extern berät die Simpliant GmbH zu Datenschutz und IT-Sicherheit.

Ersetzt recare MD management das MD-Portal?

Nein. Das Modul sammelt Belege aus der Patientenakte und entwirft einen begründeten Widerspruch, übermittelt wird weiterhin über das MD-Portal nach § 17c KHG. Laut Website befindet sich das Modul derzeit in der Private Beta.

Wer entscheidet über die Kodiervorschläge der KI?

Die Vorschläge von recare coding bleiben Entwürfe, bis das Kodier- oder Controlling-Team des Krankenhauses sie freigibt. Jeder Bearbeitungsschritt wird protokolliert, die DRG ermittelt das Modul über einen lizenzierten Grouper.

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