Auf einen Blick
- Gründung
- 2008 durch Fusion von vier Unfallversicherungsträgern
- Mitarbeiter
- 646 (nach eigenen Angaben, Stand Oktober 2026)
- Standorte
- Zentrale Düsseldorf, Regionaldirektionen Rheinland (Düsseldorf) und Westfalen-Lippe (Münster)
- Zielgruppen
- Öffentliche Verwaltung, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Unternehmen (BGM)
- Schwerpunkte
- Prävention, BGM-Unterstützung, Branchenportale, Prämiensystem, Rehabilitation
Aus vier Vorgängern ging zum 1. Januar 2008 die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen hervor: der Landesunfallkasse NRW, dem Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe, dem Rheinischen Gemeindeunfallversicherungsverband und der Feuerwehr-Unfallkasse NRW. Vorausgegangen war 1999 die Gründung eines Koordinierungsrats der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand in NRW. Heute versichert die Kasse Beschäftigte von Land und Kommunen, Feuerwehren, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Kita-Kinder, Haushaltshilfen und Ehrenamtliche; ihre Leistungen reichen von der Prävention bis zur Rehabilitation.
Betriebliches Gesundheitsmanagement versteht die Unfallkasse als Zusammenspiel von Arbeitsschutz, Betrieblichem Eingliederungsmanagement und betrieblicher Gesundheitsförderung. Mitgliedsunternehmen erhalten Unterstützung bei den strukturellen Voraussetzungen, beim Vorgehen für Mitarbeiterbefragungen und Gesundheitszirkel sowie zu den Themen Führung und Gesundheit und Demografie. Nach Gewaltereignissen berät sie zu Schutzmaßnahmen und betrieblicher Nachsorge.
Arbeitsschutzwissen für das Gesundheitswesen bündeln die Portale „Sicheres Krankenhaus“, „Sichere Pflegeeinrichtung“ und „Sicherer Rettungsdienst“; weitere Portale wie „Die Sichere Verwaltung“, „Sichere Feuerwehr“, „Sichere Schule“ und „Sichere Kita“ richten sich an die jeweiligen Einrichtungen. Seminare zu Sicherheit und Gesundheit laufen über ein Online-Seminarportal, ergänzt um Erste-Hilfe-Kurse und Fahrsicherheitstrainings für Versicherte der Mitgliedsunternehmen. Kommunal- und Landesbetriebe können sich zudem am Prämiensystem „Sichere und gesunde Unternehmen“ beteiligen, dessen 15. Vergaberunde im November 2024 mit 20 ausgezeichneten Betrieben endete.
Nach eigenen Angaben zählt die Kasse rund 8,6 Millionen Versicherte. Ebenfalls nach eigenen Angaben gehören 1.773 Mitgliedsunternehmen und 104.159 Haushalte mit Haushaltshilfen zur Unfallkasse, die 646 Beschäftigte hat (Stand jeweils Oktober 2026). Neben der Zentrale in Düsseldorf arbeiten die Regionaldirektionen Rheinland in Düsseldorf und Westfalen-Lippe in Münster.
2025 verlieh die Unfallkasse den Schulentwicklungspreis 2025/26 und zeichnete die Gewinner des Schulwettbewerbs „Go Ahead“ aus. Im Dezember 2024 erschien eine Resolution der Unfallversicherungsträger gegen Gewalt bei der Arbeit und im Ehrenamt. Das Karriereportal nennt Einstiege über Ausbildung und duales Studium sowie Aufgaben in der Prävention mit Aufsicht und Beratung und in Rehabilitation und Entschädigung.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Unterstützungsangebot Betriebliches Gesundheitsmanagement | BGM-Beratung und -Konzepte | Unterstützung bei Strukturen für ein BGM, Mitarbeiterbefragungen und Gesundheitszirkeln sowie zu Führung, Gesundheit und Demografie. |
| Prämiensystem „Sichere und gesunde Unternehmen“ | Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften | Punktebewertung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes von Kommunal- und Landesbetrieben mit Prämie oder anschließender Beratung. |
| Branchenportale Gesundheitswesen | Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit | Online-Portale für Krankenhaus, Pflegeeinrichtung und Rettungsdienst mit gebündelten Informationen zum Arbeitsschutz. |
| Branchenportale Verwaltung, Feuerwehr, Schule und Kita | Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit | Themenportale mit Informationen zu Sicherheit und Gesundheit für Verwaltungen, Feuerwehren, Schulen und Kindertageseinrichtungen. |
| Seminare und Trainings | Führungskräfteentwicklung und Inhouse-Schulung | Seminare zu Sicherheit und Gesundheit über ein Online-Portal, dazu Erste-Hilfe-Kurse und Fahrsicherheitstrainings. |
| Gewaltprävention und Nachsorge | Mitarbeiterberatung (EAP) und psychische Gesundheit | Beratung zu Schutzmaßnahmen und Nachsorgekonzepten sowie frühe psychotherapeutische Intervention nach Gewaltereignissen am Arbeitsplatz. |
| Gesetzliche Unfallversicherung der öffentlichen Hand in NRW | Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften | Versicherungsschutz für Beschäftigte von Land und Kommunen, Feuerwehren, Lernende, Kita-Kinder, Haushaltshilfen und Ehrenamtliche. |
Häufige Fragen
Wie funktioniert das Prämiensystem der Unfallkasse NRW?
Bewerbende Kommunal- und Landesbetriebe werden nach einem Bewertungskatalog und einer persönlichen Prüfung nach Punkten eingestuft, etwa zu Arbeitsschutzorganisation, Verantwortlichkeiten, Kommunikation und Gesundheitsförderung. Ausgezeichnete Betriebe erhalten eine Geldprämie, alle übrigen eine Beratung durch Präventionsfachleute.
Welche Einrichtungen sind Mitglied der Unfallkasse NRW?
Dazu zählen das Land NRW, die Landschaftsverbände, Kreise, Städte und Gemeinden sowie über 1.000 kommunale selbstständige Unternehmen einschließlich der Sparkassen. Hinzu kommen Unternehmen des Landes und Haushalte, die Haushaltshilfen beschäftigen.
Welche Hilfe erhalten Beschäftigte nach Gewalt am Arbeitsplatz?
Arbeitgeber werden zu technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen sowie zu betrieblichen Nachsorgekonzepten beraten. Betroffene Versicherte erhalten Heilbehandlung und Rehabilitation; über ein Psychotherapeutenverfahren ist eine frühzeitige psychotherapeutische Intervention möglich.
Welche Daten zum Stand des BGM erhebt die Unfallkasse NRW?
In den Mitgliederbefragungen „Gesundheit im Betrieb“ hat sie 2010, 2015 und 2020 erhoben, wie weit betriebliches Gesundheitsmanagement in den Mitgliedsunternehmen umgesetzt ist. Die Ergebnisse dieser Längsschnitt-Befragungen sind als IAG-Report erschienen.