Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)

Auf einen Blick

Standorte
Hauptverwaltung Hamburg, elf Bezirksverwaltungen, sechs Akademien (nach eigenen Angaben, Stand Oktober 2026)
Zielgruppen
Unternehmen (BGM), Krankenhäuser, Reha-Kliniken
Schwerpunkte
Systematisches BGM (GMS), Arbeitsschutzmanagement, Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, Sturzprävention in Kliniken

Gesundheit mit System, kurz GMS, heißt das Beratungsangebot, mit dem die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) Mitgliedsunternehmen beim Aufbau eines systematischen betrieblichen Gesundheitsmanagements begleitet. Als gesetzliche Unfallversicherung für rund 100 Branchen aus Verwaltung und Dienstleistung verbindet die VBG Prävention, Rehabilitation und Entschädigung; zu ihren Zielgruppen zählen auch Krankenhäuser und Reha-Kliniken.

Der Weg führt in sieben Schritten von den Rahmenbedingungen mit Workshops für Führungskräfte und einem Erstgespräch über Bestandsaufnahme, Auswertung mit Analysetools und SMART-Ziele bis zu Maßnahmenplanung, Umsetzung in Verhaltens- und Verhältnisprävention und Erfolgskontrolle. Für den Einstieg gibt es einen interaktiven GMS-Quick-Check, für bestehende Systeme einen Struktur-Check. Ein dreitägiges Präsenzseminar vermittelt Unternehmerinnen, Unternehmern und Führungskräften das systematische Vorgehen. Psychische Belastungen erfasst die VBG mit der Kurzanalyse im Team (KiT).

Betriebe, die sieben Kriterien eines systematischen Gesundheitsmanagements nachweisen, können eine befristete GMS-Bescheinigung erhalten, auch kombiniert mit der Begutachtung ihres Arbeitsschutzmanagementsystems (AMS). Die Liste vom Juni 2026 führt 44 bescheinigte Unternehmen. Über ein Prämienverfahren honoriert die VBG in ausgewählten Branchen umgesetzte Maßnahmen aus branchenspezifischen Katalogen, und für Kliniken und Reha-Einrichtungen gibt es Material zur Sturzprävention.

Nach eigenen Angaben zählt die VBG über 1,8 Millionen Mitgliedsunternehmen und etwa 37 Millionen Versicherungsverhältnisse (Stand Oktober 2026). Ebenfalls nach eigenen Angaben arbeiten neben der Hauptverwaltung in Hamburg elf Bezirksverwaltungen, unter anderem in Berlin, Bielefeld, Dresden, Mainz und München, dazu kommen sechs Akademien, etwa in Gevelinghausen und Untermerzbach.

Am 3. September 2026 eröffneten VBG und BGW in der Hamburger HafenCity das gemeinsame Präventionszentrum PREVIER mit über 35.000 Quadratmetern Nutzfläche und Platz für bis zu 15.000 Seminarteilnehmende im Jahr; ab 2027 sollen öffentliche Praxiswelten hinzukommen. Alle zwei Jahre vergibt die VBG den Präventionspreis VBG_NEXT mit einer eigenen Kategorie Betriebliches Gesundheitsmanagement und einem Wissenschaftspreis, 2024 gingen 101 Einreichungen ein. Die Karriereseite nennt Einstiege in IT, Verwaltung, Prävention und Rehabilitation, über Ausbildung, duales Studium und Quereinstieg sowie Führungspositionen.

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
Gesundheit mit System (GMS) BGM-Beratung und -Konzepte Begleitung beim Aufbau eines systematischen BGM in sieben Schritten, von den Rahmenbedingungen bis zur Erfolgskontrolle.
GMS-Quick-Check und GMS-Struktur-Check BGM-Beratung und -Konzepte Interaktive Bestandsaufnahme für den Einstieg und ein Struktur-Check, der in vorhandenen Systemen Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung zeigt.
GMS-Bescheinigung Audits und Peer Review Befristeter Nachweis für Betriebe, die sieben Kriterien erfüllen, wahlweise gemeinsam mit einer AMS-Begutachtung.
AMS-Begutachtung Audits und Peer Review Begutachtung von Arbeitsschutzmanagementsystemen in Mitgliedsunternehmen samt veröffentlichter Liste begutachteter Betriebe.
Kurzanalyse im Team (KiT) Mitarbeiterberatung (EAP) und psychische Gesundheit Moderiertes Teamverfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung über fünf Gestaltungsbereiche der Arbeit.
Seminar „Gesundheit mit System: Betriebliches Gesundheitsmanagement“ Führungskräfteentwicklung und Inhouse-Schulung Dreitägiges Präsenzseminar für Unternehmensleitungen und Führungskräfte, unter anderem in den Akademien der VBG.
Prämienverfahren Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften Prämie für umgesetzte Maßnahmen aus branchenspezifischen Katalogen in ausgewählten Branchen, ein Antrag pro Kalenderjahr.
Patientenschutz und Sturzprävention im Klinikalltag Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit Sturz-Checkliste, Pocket Card zur Risikoeinschätzung und Übungsmaterial für Patientenzimmer und Stationsflure in Kliniken.
Gesetzliche Unfallversicherung für rund 100 Branchen Unfallversicherungsträger und Berufsgenossenschaften Unfallversicherung für Unternehmen aus Verwaltungs- und Dienstleistungsbranchen mit Prävention, Rehabilitation und Entschädigung.

Häufige Fragen

Welche Kriterien muss ein Betrieb für die GMS-Bescheinigung erfüllen?

Gefordert sind sieben Punkte: ein Bekenntnis der Leitung, bereitgestellte Ressourcen, eine benannte zuständige Person, die Einbindung der Belegschaft, eine regelmäßige Bewertung der Gesundheitssituation, daraus abgeleitete Maßnahmen und die Überprüfung ihres Erfolgs. Die Bescheinigung wird befristet ausgestellt.

Wie läuft die Kurzanalyse im Team zur psychischen Belastung ab?

Beschäftigte bewerten gemeinsam Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation und -zeit, Arbeitsumgebung, Arbeitsmittel und soziale Beziehungen. Begleitet die VBG das Verfahren, bereitet eine Arbeitspsychologin oder ein Arbeitspsychologe es vor, moderiert und wertet es aus; Leitfaden, Moderationsanleitung und Ergebnisvorlage gibt es auch zur Eigenanwendung.

Welche Voraussetzungen gelten für das Prämienverfahren?

Teilnehmen können Unternehmen prämienberechtigter Branchen, die seit mindestens zwölf Monaten Mitglied sind, keine Beitragsrückstände haben und eine Maßnahme aus dem Prämienkatalog umgesetzt haben. Der Antrag ist bis zum 11. Februar des Folgejahres zu stellen, je Kalenderjahr ist ein Antrag möglich.

Was bietet die VBG Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen?

Zur Sturzprävention im Klinikalltag gibt es eine Sturz-Checkliste, eine Pocket Card zur Risikoeinschätzung sowie Übungs- und Informationsmaterial für Patientenzimmer und Stationsflure. Grundlage sind technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen, die zyklisch abgestimmt und evaluiert werden.

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