Die KTQ-Zertifizierung ist ein freiwilliges Verfahren, mit dem Gesundheitseinrichtungen ihr Qualitätsmanagement anhand eines festgelegten Kriterienkatalogs bewerten und mit einem Zertifikat bestätigen lassen. Herausgeber ist die Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen GmbH, kurz KTQ. Anders als branchenübergreifende Normen wurde der Katalog von vornherein für die Gesundheitsversorgung entwickelt.
Herkunft und Verfahren
Das IQTIG greift KTQ in seinem Abschlussbericht zu Zertifikaten und Qualitätssiegeln vom 30. September 2022 mehrfach auf. Nach der dort ausgewerteten Fachliteratur wurde der Kriterienkatalog von einer interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppe aus verschiedenen Krankenhausbereichen erarbeitet; Zertifikate wie KTQ oder solche nach DIN EN ISO 9001 gelten danach in der Regel bis zu drei Jahre. Für seine Bestandsaufnahme mit Datenstand 2020 berücksichtigte das Institut insgesamt 102 Zertifikate und Qualitätssiegel von 81 Herausgebern, 88 davon mit Krankenhäusern als Zielgruppe. Die Erfüllung der Anforderungen prüften die Herausgeber nach eigenen Angaben bei 79 dieser Zertifikate durch Visitationen oder Vor-Ort-Audits und bei 64 durch Selbstauskünfte; 99 sahen eine Erneuerung vor.
Einordnung im Qualitätsrecht
§ 135a Abs. 2 SGB V schreibt Krankenhäusern, Praxen und medizinischen Versorgungszentren ein internes Qualitätsmanagement vor, aber kein Zertifikat. Die QM-Richtlinie des G-BA lässt offen, ob eine Einrichtung ein eigenes System aufbaut oder auf vorhandene Verfahren zurückgreift. Eine KTQ-Zertifizierung erfüllt damit keine eigenständige Rechtspflicht. Sie kann dem Aufbau des vorgeschriebenen Qualitätsmanagements aber eine Struktur geben und die Ergebnisse extern bestätigen lassen. Nach § 6 Abs. 6 der Richtlinie sollen die vom IQTIG entwickelten Kriterien zur Bewertung von Zertifikaten künftig in die Erhebung des Umsetzungsstands einfließen.
Was Klinikleitungen abwägen
Öffentlich dargestellt werden Zertifikate unter anderem im Bundes-Klinik-Atlas, dem Transparenzverzeichnis nach § 135d SGB V. Dort erscheinen nur Zertifikate, die das IQTIG nach 17 Kriterien zu Inhalt, Prüfverfahren und Entscheidungsprozessen als aussagekräftig bewertet hat. Die Übersicht mit 85 Zertifikaten (Stand 28. Oktober 2025) umfasst fach- und zentrumsbezogene Siegel; ein KTQ-Zertifikat ist darin nicht enthalten. Grundlage der Bewertung sind Angaben der Herausgeber, die sich für eine laufende Bewertungsrunde bis zum 30. Januar 2026 registrieren konnten. Mit dem seit 15. April 2026 geltenden Krankenhausreformanpassungsgesetz wurde zudem der Meldeweg angepasst: Künftig können Herausgeber dem IQTIG Listen der zertifizierten Einrichtungen übermitteln, damit Krankenhäuser ihre Zertifikate nicht mehr selbst einreichen müssen; die Umsetzung läuft. Ob KTQ künftig im Atlas geführt wird, ist offen.
Für die Entscheidung über ein Zertifizierungsverfahren stehen damit mehrere Optionen nebeneinander:
- KTQ als im Gesundheitswesen entwickeltes Verfahren mit eigenem Katalog,
- DIN EN ISO 9001 als branchenübergreifende Norm und DIN EN 15224 als deren Übertragung auf die Gesundheitsversorgung,
- fach- und zentrumsbezogene Zertifikate, die sich auf einzelne Krankheitsbilder oder Leistungsbereiche beziehen.