OnkoZert GmbH

Auf einen Blick

Gründung
2004 (20-jähriges Bestehen im November 2024)
Mitarbeiter
23 (nach eigenen Angaben, Stand Oktober 2026)
Standorte
Neu-Ulm (Hauptsitz)
Zielgruppen
Krankenhäuser, Arztpraxen und MVZ
Schwerpunkte
Zertifizierung onkologischer Zentren im Auftrag der DKG, Auditorganisation, Qualifizierung von Fachexperten, Kennzahlenauswertung, Versorgungsforschung

Im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) steuert die OnkoZert GmbH aus Neu-Ulm seit 2004 die Zertifizierung onkologischer Zentren, national wie international. Als Mandatsträgerin organisiert sie die Audits für Organkrebszentren und Onkologische Zentren in Krankenhäusern. Das Unternehmen beschreibt sich als unabhängiges Institut für Qualitätssicherung und Datenmanagement in der Medizin, das Zertifizierung und Versorgungsforschung miteinander verbindet.

Zertifizierbar sind Organkrebszentren unter anderem für Brust, Darm, Prostata, Lunge, Haut, Pankreas, Magen, Leber, Speiseröhre, Kopf-Hals und gynäkologische Tumoren. Grundlage sind organspezifische Erhebungsbögen und Datenblätter, deren Anforderungen die Zertifizierungskommissionen der DKG festlegen. Onkologische Zentren, die mehrere Tumorentitäten betreuen, weisen diese in den Stufen S für Schwerpunkte und T für Transit nach. Seit 2022 befindet sich ein Modul Analkarzinom auf Basis der S3-Leitlinie in der Pilotphase; zertifizierbar ist es nur zusammen mit einem Darmkrebs- oder Viszeralonkologischen Zentrum. Für Zentren außerhalb Deutschlands bestehen seit 2017 internationale Programme der DKG, die nationale Besonderheiten berücksichtigen.

Nach einer Anfrage prüft OnkoZert die grundsätzliche Zertifizierbarkeit, schätzt den Aufwand ab, benennt Fachexpertinnen und Fachexperten und stimmt die Audittermine ab. Diese externen Auditoren qualifiziert das Unternehmen in mehrtägigen Lehrgängen, 2026 unter anderem für uro- und neuroonkologische Zentren sowie Sarkomzentren.

Die Kennzahlen der Zentren gelangen über die OncoBox-Infrastruktur zu OnkoZert; seit 2025 wird die Version 2.0 vor allem in Lungenkrebszentren eingeführt. Zusammen mit dem Datenmanagement-Partner ClarData entstehen daraus Jahresberichte je Zertifizierungssystem, zuletzt im August 2026 veröffentlicht. Für die PCO-Studie, die Patient-Reported Outcomes aus zertifizierten Prostatakrebszentren unter anderem mit dem Fragebogen EPIC-26 erhebt, liefert OnkoZert Software- und Datenbanklösungen; eingeschlossen waren nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Patienten (Stand Februar 2023). 2022 wurde das Unternehmen Projektpartner im Verbundprojekt Krebsforschungsdatenzentrum onkoFDZ, 2023 zudem in der vom Innovationsfonds des G-BA geförderten PRO-P-Studie.

Nach eigenen Angaben (Stand Oktober 2026) sind 2.342 Zentren in 492 Krankenhäusern zertifiziert und 502 externe Fachexpertinnen und Fachexperten in die Audits eingebunden; OnkoZert selbst beschäftigt 23 Mitarbeitende. Am internationalen Verfahren nehmen nach eigenen Angaben über 100 Versorgungseinheiten im Ausland teil (Stand Oktober 2026). Im November 2024 beging das Unternehmen sein 20-jähriges Bestehen.

Angebote und Leistungen

Angebot Leistung Beschreibung
Zertifizierung von Organkrebszentren nach DKG-Vorgaben Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) Organisiert die Zertifizierung tumorspezifischer Zentren von Brust bis Speiseröhre anhand der Erhebungsbögen der DKG.
Zertifizierung Onkologischer und übergreifender Zentren Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) Verfahren für Zentren mit mehreren Tumorentitäten, dargestellt in Nachweisstufen für Schwerpunkt und Transit.
Modul Analkarzinom Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) Leitlinienbasiertes Pilotmodul seit 2022, nur in Verbindung mit einem Darm- oder Viszeralonkologischen Zentrum.
Internationale Zertifizierung Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) DKG-Programme für Krebszentren im Ausland seit 2017, angepasst an die Gegebenheiten des jeweiligen Landes.
Administration der jährlichen Fachexperten-Audits Audits und Peer Review Begleitet Zentren von der Anfrage über Aufwandsschätzung und Auditorenauswahl bis zur Terminierung und zum Zertifikat.
Fachexperten-Lehrgänge Audits und Peer Review Mehrtägige Qualifizierung externer Auditorinnen und Auditoren für einzelne Zentrumsarten, darunter Sarkom- und Neuroonkologie.
Lehrgang „Audit Vor-/Nachbereitung“ Audits und Peer Review Einstiegskurs für Zentrumskoordination und QM zu Formularen, Auditunterlagen und Abstimmungen rund um das Audit.
Datenmanagement und Jahresberichte Datenanalyse, BI und Medizincontrolling-Software Auswertung der Zentrumskennzahlen zu Jahresberichten je Zertifizierungssystem, zusammen mit ClarData und eigener Software.
Versorgungsforschung und Patientenbefragungen Datenanalyse, BI und Medizincontrolling-Software Software und Datenbanken für Studiendokumentation und Befragungen, etwa zu Patient-Reported Outcomes beim Prostatakarzinom.

Häufige Fragen

Wie früh sollte ein Zentrum die Erstzertifizierung anfragen?

OnkoZert empfiehlt, die Anfrage über das Anfrageformular vier bis sechs Monate vor dem geplanten Audittermin zu stellen. Vorab sind ein Infotelefonat oder ein Vorgespräch möglich, um offene Fragen zur Zertifizierbarkeit und zum Ablauf zu klären.

Können mehrere Standorte gemeinsam als ein Zentrum zertifiziert werden?

Für bestimmte Organkrebszentren, etwa Brust- und Darmkrebszentren, sind mehrstandortige Zentren zulassungsfähig. Voraussetzung ist, dass die besonderen Anforderungen erfüllt sind, die in den jeweiligen Erhebungsbögen für solche Konstellationen festgelegt sind.

Ab wann gelten geänderte Anforderungen in den Erhebungsbögen?

Änderungen beschließen die Zertifizierungskommissionen der DKG. Die 2026 beschlossenen Anpassungen gelten noch nicht für Audits im selben Jahr, sondern erst ab dem folgenden Auditjahr. Die entsprechend geänderten Auditvorlagen hat OnkoZert Anfang Oktober 2026 veröffentlicht.

Welche Unterstützung gibt es für Zentrumskoordination und Qualitätsmanagement?

Regelmäßig bietet OnkoZert den Grundlagenlehrgang „Audit Vor-/Nachbereitung“ an. Er behandelt Formulare, Auditunterlagen sowie interne und externe Abstimmungen der DKG-Zertifizierung; für neue Termine können sich Interessierte vormerken lassen.

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