Auf einen Blick
- Standorte
- Berlin (Sitz)
- Mitgliedschaften
- Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS)
- Zielgruppen
- Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und MVZ
- Schwerpunkte
- Trägerschaft des KTQ-Zertifizierungsverfahrens, Visitationen durch Fachkollegen, Manuale und Schulungen, Krankenhaus-Einsatzplanung
Siegel und Unterschriften von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und Deutschem Pflegerat stehen auf den Zertifikaten der KTQ-GmbH mit Sitz in Berlin; die drei Organisationen bilden ihren Beirat. Die KTQ ist Trägerin des gleichnamigen Zertifizierungsverfahrens, das seit 2001 angewendet wird. Seine Entwicklung hat das Institut für Medizinische Informationsverarbeitung in Tübingen wissenschaftlich begleitet, das Bundesgesundheitsministerium hat sie gefördert. Neben Krankenhäusern lassen sich auch Reha-Kliniken, Pflegeeinrichtungen sowie Arztpraxen und MVZ nach KTQ zertifizieren.
Das Verfahren verbindet Selbst- und Fremdbewertung. Zuerst bewertet sich die Einrichtung anhand des KTQ-Manuals selbst, von Abläufen im Haus über Patientensicherheit, Infektionskontrolle und Hygiene bis zur Qualifikation des Personals. Danach holt sie Angebote zugelassener KTQ-Zertifizierungsstellen ein; die beauftragte Stelle wählt die Visitoren aus und stellt einen Visitationsbegleiter. In der mehrtägigen Visitation begehen Fachleute aus anderen Gesundheitseinrichtungen das Haus, sehen Dokumente ein, führen kollegiale Dialoge und gleichen den Befund mit der Selbstbewertung ab. Ihr Bericht benennt Stärken und Verbesserungspotenziale und enthält eine Empfehlung, über die Vergabe entscheidet die KTQ. Erfasst werden Selbstbewertung und Bericht im Tool KTQ-ZERT des Softwarepartners.
Für Rehabilitationseinrichtungen ist die Fassung KTQ-Reha 3.1 für Zertifizierungen ab Februar 2026 von der BAR anerkannt, die ergänzende BAR-Vorgaben aufnimmt. Gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus-Einsatzplanung (DAKEP) besteht ein eigener Verfahrensbereich zur Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen mit dem Manual „DAKEP Pur“; die Partnerschaft wurde im Januar 2026 bekanntgegeben. Seit 2019 kooperiert die KTQ mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, dem sie als Mitglied angehört, bei der Umsetzung von dessen Handlungsempfehlungen.
Nach eigenen Angaben hat die KTQ seit 2001 mehr als 3.000 Zertifizierungen durchgeführt, wobei viele Einrichtungen mehrfach zertifiziert wurden (Stand Oktober 2026). Derzeit zertifiziert sind nach eigenen Angaben 161 Krankenhäuser, 27 Reha-Einrichtungen, 17 Einrichtungen des niedergelassenen Bereichs, neun Pflegeeinrichtungen und zwei Pathologien (Stand Oktober 2026). Mit der Auszeichnung „Qualität zeigen!“ würdigt die KTQ Projekte zertifizierter Einrichtungen aus Krankenhaus, Reha, Praxis, Pflege, Hospiz und Rettungsdienst.
Weiterentwickelt wird das Manual in einem zweistufigen Beteiligungsverfahren: Die Auswertung der Runde 1 mit 81 Expertinnen und Experten liegt vor, Runde 2 lief vom 5. August bis 11. September 2026.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| KTQ-Zertifizierungsverfahren für Krankenhäuser | Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) | Krankenhausspezifische Bewertung aus Selbst- und Fremdbewertung, die Prozesse, Patientensicherheit, Hygiene und Personalqualifikation umfasst. |
| KTQ-Reha 3.1 | Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) | Überarbeitete Reha-Fassung mit zusätzlichen BAR-Vorgaben; die BAR erkennt sie für Zertifizierungen ab Februar 2026 an. |
| KTQ-Verfahren für weitere Versorgungsbereiche | Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) | Eigene Varianten für Pflege, Praxen, Rettungsdienst und Pathologie, auch für Klinikverbünde und sektorenübergreifende Versorgungsmodelle. |
| Visitation durch KTQ-Visitoren | Audits und Peer Review | Mehrtägige Vor-Ort-Bewertung durch Fachkollegen anderer Einrichtungen mit Begehung, Gesprächen und schriftlichem Bericht. |
| KTQ-Manuale und Schulungen | QM-Beratung | Herunterladbare Manuale für die Qualitätsarbeit auch ohne geplante Zertifizierung, auf Wunsch mit begleitender Schulung. |
| Deutsches Palliativsiegel im Rahmen der KTQ-Zertifizierung | Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) | Zusätzliches Siegel für die Palliativversorgung, das auf Antrag innerhalb eines KTQ-Verfahrens erworben wird. |
| Zertifizierungsbereich DAKEP (Krankenhaus-Einsatzplanung) | Zertifizierung (KTQ, ISO 9001, DIN EN 15224) | Bereich zur Krisen- und Katastrophenvorsorge von Kliniken auf Basis des gemeinsam erarbeiteten Manuals „DAKEP Pur“. |
Häufige Fragen
In welchem Rhythmus steht eine erneute Visitation an und wovon hängt ihr Umfang ab?
KTQ-zertifizierte Einrichtungen stellen sich alle drei Jahre erneut einer Visitation. Wie lange die Zertifizierung dauert, richtet sich nach Kriterien wie der Zahl der Standorte, der Fachabteilungen und der Patientenzahlen; konkrete Angaben machen die KTQ oder die gewählte Zertifizierungsstelle.
Kann eine Einrichtung mit dem KTQ-Modell arbeiten, ohne sich sofort zertifizieren zu lassen?
Ja. Die KTQ-Manuale stehen zum Download bereit, damit Einrichtungen ihr Qualitätsmanagement auch ohne geplante Zertifizierung daran ausrichten können. Auf Wunsch begleitet die KTQ diesen Einstieg mit Schulungen.
Können sich Verbünde oder sektorübergreifende Strukturen gemeinsam zertifizieren lassen?
Ja. Neben einzelnen Einrichtungen sind auch Verbünde und sektorübergreifende Strukturen zertifizierbar, etwa ein Krankenhaus mit angebundenen Praxen. Eigene KTQ-Verfahren bestehen außerdem für Rettungsdienste und pathologische Praxen, zusätzlich zu Krankenhaus, Reha, Pflege und Praxis.
Lässt sich das Deutsche Palliativsiegel mit der KTQ-Zertifizierung verbinden?
Ja. Die KTQ ist exklusiver Kooperationspartner für das Deutsche Palliativsiegel. Einrichtungen beantragen das Siegel zusätzlich und erwerben es dann innerhalb ihrer KTQ-Zertifizierung, also im Rahmen desselben Verfahrens.