Auf einen Blick
- Gründung
- 2020 (Oktober, Hamburg)
- Mitarbeiter
- über 20 (nach eigenen Angaben, Stand 2026)
- Standorte
- Hamburg
- Zertifizierungen
- CE-Medizinprodukt Klasse I nach MDR (App), ISO 27001
- Zielgruppen
- Arztpraxen und MVZ, Krankenhäuser, Therapiepraxen
- Schwerpunkte
- Digitale Therapie bei Kreuzbandriss und Meniskusschaden
Eine Therapie-App für Menschen mit Kreuzbandriss oder Meniskusschaden ist das Kernangebot der Orthopy Health GmbH aus Hamburg, die sich auf orthopädische Verletzungen des Knies spezialisiert hat. Den Zugang erhalten Patientinnen und Patienten nach ärztlicher Empfehlung, etwa per Grünem Rezept. Auf fachlicher Seite wendet sich das Unternehmen an Arztpraxen und MVZ, Krankenhäuser und Therapiepraxen, die Knieverletzungen behandeln.
Bei vorderer Kreuzbandruptur begleitet die App die Behandlung vor und nach der Operation mit Trainingsplänen, die dem Schema der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes folgen. Bei symptomatischen Meniskusläsionen dient sie als digitale Heimtherapie mit geführten Übungen in Video, Ton und Text, ergänzt um Fortschrittsanzeige und Erinnerungen. Fachärzte, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler haben die Inhalte nach aktuellen Leitlinien erarbeitet; sie lassen sich an das ärztliche Behandlungskonzept anpassen. Für Fachkreise gibt es einen Testzugang und ein Infopaket, außerdem ist ein Export in die elektronische Patientenakte integriert.
Regulatorisch ist die App als Medizinprodukt der Klasse I nach MDR CE-gekennzeichnet, zudem liegt eine Zertifizierung nach ISO 27001 vor. Das Team vereint eine eigene klinische Forschung, eine Physiotherapie-Leitung sowie eine Funktion für Qualität und Regulatory Affairs. Nach eigenen Angaben arbeiten mehr als 20 Beschäftigte für Orthopy, und über 11.000 Patientinnen und Patienten wurden mit der App begleitet (Stand 2026). Exklusiver Partner aus der Orthopädie- und Medizintechnik ist das Unternehmen Enovis.
Gegründet wurde die GmbH im Oktober 2020 in Hamburg. Im Mai 2021 erhielt die App die CE-Kennzeichnung, im August 2021 startete die erste Kreuzbandriss-Therapie. Die Meniskus-Studie stellte das Team auf dem ESSKA-Kongress vor, beim Deutschen Kniekongress erhielt das zugehörige Abstract eine Auszeichnung. 2025 verlieh der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie dem Unternehmen seinen Digitalpreis für den Ansatz bei Schulterbeschwerden. Eine multizentrische randomisierte Studie zur geplanten Erweiterung auf Schulterbeschwerden rekrutiert seit Dezember 2025. Unter den Kongressterminen für 2026 nennt Orthopy unter anderem den DKOU.
Angebote und Leistungen
| Angebot | Leistung | Beschreibung |
|---|---|---|
| Orthopy bei Kreuzbandriss | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Begleitet die Therapie vor und nach der Kreuzbandoperation mit Trainingsplänen nach ärztlichem Behandlungsschema. |
| Orthopy bei Meniskusschaden | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Heimtherapie bei Meniskusläsionen mit Übungsanleitungen in Video, Ton und Text, Fortschrittsanzeige und Erinnerungen. |
| Orthopy bei Schulterbeschwerden (in Studie) | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Geplante Erweiterung auf Schulterbeschwerden der Rotatorenmanschette, derzeit Gegenstand einer multizentrischen randomisierten Studie. |
| Zugang für Fachkreise | Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) | Testzugang, Infopaket und Upload-Service, über den die schriftliche ärztliche Empfehlung eingereicht wird. |
| ePA-Export | Telematikinfrastruktur und ePA-Anbindung | Übertragung von Fortschrittsberichten als PDF oder des Verlaufs als MIO-Objekt in die elektronische Patientenakte. |
Häufige Fragen
Wie gelangen Patientinnen und Patienten an einen Zugang?
Grundlage ist eine ärztliche Empfehlung, zum Beispiel per Grünem Rezept. Nach der Registrierung laden Betroffene die Empfehlung hoch und willigen in eine Versorgungsbeobachtung ein. Nach Prüfung durch den Kundensupport erhalten sie einen 16-stelligen Freischaltcode.
Welchen Aufwand hat die verordnende Praxis?
Die Ärztin oder der Arzt bestätigt die Diagnose per schriftlicher Empfehlung, für die Orthopy einen Upload-Service anbietet. Laut Website nutzen Patientinnen und Patienten die App danach selbstständig, ohne zusätzlichen administrativen Aufwand für die Praxis.
Welche Studien gibt es zur App?
Abgeschlossen sind zwei randomisierte kontrollierte Studien: eine monozentrische zur vorderen Kreuzbandruptur mit 80 und eine multizentrische zu Meniskusläsionen mit 227 Teilnehmenden. Seit April 2026 rekrutieren zwei weitere im DRKS registrierte Kniestudien mit zusammen 556 geplanten Teilnehmenden an 14 Zentren.
Lassen sich Therapiedaten in die ePA übertragen?
Ja, den Export steuern die Nutzerinnen und Nutzer selbst: Nach Authentifizierung per Gesundheits-ID übertragen sie Fortschrittsberichte als PDF oder den gesamten Therapieverlauf als MIO-Objekt in ihre elektronische Patientenakte.