Der Case Mix Index (CMI) gibt an, wie aufwendig die Behandlungsfälle eines Krankenhauses im Durchschnitt sind, gemessen an den Bewertungsrelationen des DRG-Systems. Er ist der Quotient aus Case Mix und Fallzahl. Der Case Mix wiederum ist die Summe der Bewertungsrelationen aller abgerechneten Fälle. Der CMI lässt sich für ein ganzes Haus, eine Fachabteilung, einen Standort oder eine Region bilden.
Definition und Berechnung
Der GKV-Spitzenverband fasst die Begriffe knapp zusammen: Die Summe der Bewertungsrelationen aller erbrachten G-DRGs ist der Case Mix, der CMI eines Krankenhauses ist der Case Mix geteilt durch die Fallzahl. Er beschreibt damit die durchschnittliche ökonomische Fallschwere. Jede DRG trägt eine Bewertungsrelation, die das InEK jährlich im Fallpauschalen-Katalog ausweist.
In der Praxis zählt die effektive Bewertungsrelation. Sie berücksichtigt nach § 7 Abs. 2 KHEntgG die Regeln zur Grenzverweildauer und zu Verlegungen, also Zu- und Abschläge bei sehr langen oder sehr kurzen Aufenthalten. Ein fiktives Beispiel: Rechnet ein Haus 20.000 Fälle mit einer Summe effektiver Bewertungsrelationen von 23.000 ab, liegt sein CMI bei 1,15.
Beim Vergleich über die Jahre ist eine Systemänderung zu beachten: Erstmals für 2020 wurden die Bewertungsrelationen um die ausgegliederten Pflegepersonalkosten vermindert (§ 17b Abs. 4 KHG). CMI-Werte vor und nach diesem Jahr sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.
Einsatz im Krankenhausmanagement
Für die Erlösplanung ist der CMI eine Schlüsselkennzahl, weil die Fallpauschale nach § 7 Abs. 2 KHEntgG aus effektiver Bewertungsrelation mal Landesbasisfallwert entsteht. Case Mix multipliziert mit dem Landesbasisfallwert ergibt damit näherungsweise das Erlösvolumen aus Fallpauschalen. Auch auf Landesebene ist die Summe der effektiven Bewertungsrelationen Ausgangspunkt: § 10 Abs. 1 KHEntgG nennt sie als Grundlage für die Vereinbarung des Landesbasisfallwerts.
- Im Medizincontrolling zeigt der CMI je Fachabteilung, wie sich Leistungsstruktur und Dokumentation entwickeln. Weil Nebendiagnosen und Prozeduren in die Gruppierung eingehen, wirkt sich die Kodierqualität unmittelbar auf ihn aus.
- In Benchmarking und Budgetverhandlung hilft er, Fallzahlentwicklung und Schweregrad getrennt zu betrachten.
- Über die Behandlungsqualität sagt der CMI nichts aus; er misst den ökonomischen Ressourcenbedarf.
Die Datenbasis liefern die Krankenhäuser selbst. Nach § 21 KHEntgG übermitteln sie bis zum 31. März ihre fallbezogenen Leistungsdaten des Vorjahres an die vom InEK geführte Datenstelle. Darauf beruht auch die DRG-Statistik des Statistischen Bundesamtes, dessen Qualitätsbericht vom 21. August 2026 den Datenweg beschreibt.
Neue Rolle in der Vorhaltevergütung
Mit der Krankenhausreform hat das Konzept eine Variante bekommen. Nach § 37 Abs. 2 KHG verteilt das InEK das Vorhaltevolumen eines Landes je Leistungsgruppe auf die Standorte nach Fallzahl mal Vorhalte-Casemixindex, also dem Durchschnitt der Vorhaltebewertungsrelationen des Standorts in der Leistungsgruppe, sofern die Mindestvorhaltezahl erfüllt ist oder die Landesbehörde eine Ausnahme festgestellt hat. Den Bescheid erlässt das InEK erstmals bis zum 10. Dezember 2027 für das Jahr 2028. Für Kliniken wird die Fallschwere damit über die Fallpauschale hinaus budgetrelevant, gemessen allerdings an den Vorhaltebewertungsrelationen.