Meldung · Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), 07.09.2026
Mit den Hybrid-DRGs ist die Zahl der Behandlungsfälle in den betroffenen Leistungsbereichen deutlich gewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), die am 7. September 2026 in Berlin vorgestellt wurde. Ausgewertet hat das Institut Abrechnungsdaten von mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten für die Jahre 2022 bis 2025 sowie das erste Quartal 2026 und die Ergebnisse auf die gesamte gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hochgerechnet.
Hybrid-DRGs sind sektorengleiche Pauschalen nach § 115f SGB V, die Krankenhäuser und Vertragsärzte gleichermaßen abrechnen. Sie wurden erstmals für 2024 festgelegt; nach Erweiterungen 2025 und 2026 umfasst der Katalog 69 Hybrid-DRGs, etwa für Leistenbruchoperationen. Im Jahr 2025 lag die Fallzahl laut WIdO um 17 Prozent über dem Vorjahr. In den Praxen stieg sie um 65 Prozent auf rund 363.000 Fälle, in den Kliniken um 6 Prozent auf rund 986.000. Die inflationsbereinigten Ausgaben erhöhten sich um 14 Prozent oder rund 360 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2026 lagen Menge und Ausgaben um 5 und 7 Prozent über dem Vorjahresquartal. Hält dieser Verlauf an, kommt das Institut für 2026 auf Mehrausgaben von etwa 640 Millionen Euro.
Als Ursache nennt das WIdO die Vergütung: Weil die Mischpauschale über dem bisherigen ambulanten Satz liegt, erzielen Praxen je Fall deutlich mehr. Auffälligkeiten bei der Qualität fand die Analyse kaum. Nur wenige Patientinnen und Patienten wurden nach der Behandlung in der Praxis innerhalb von 30 Tagen stationär aufgenommen. WIdO-Geschäftsführer David Scheller-Kreinsen spricht sich für zügige Preisanpassungen und den Abbau starker Mengenanreize aus.
Für Medizincontrolling und Ambulantisierungsstrategien der Krankenhäuser sind die angemahnten Preisanpassungen relevant, weil sie die Erlöse je Hybrid-DRG-Fall verändern würden. Die Studie ist als WIdO e-Paper 15 (2026) erschienen.
Originalmitteilung: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), 07.09.2026
Stand: 07.09.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.