Kostenstellenrechnung

Auch: Kostenstellenplan, Kostenstellenrahmen, Kostenstelle, innerbetriebliche Leistungsverrechnung

Teil der Kosten- und Leistungsrechnung, der Kosten nach dem Ort ihrer Entstehung erfasst. Krankenhäuser gliedern ihre Kostenstellen nach § 8 KHBV mindestens entlang des Kostenstellenrahmens in Anlage 5 der Verordnung.

Die Kostenstellenrechnung erfasst Kosten nach dem Ort, an dem sie entstehen, etwa einer Station, dem OP-Bereich oder der Wäscheversorgung. Sie verbindet die Kostenartenrechnung der Finanzbuchhaltung mit der Zurechnung auf Leistungen und gehört im Krankenhaus zum Pflichtumfang der Kosten- und Leistungsrechnung.

Vorgaben der Krankenhaus-Buchführungsverordnung

Nach § 8 KHBV bildet jedes Krankenhaus die Kostenstellen, die seine Aufgaben und Struktur erfordern. Soweit dort Kosten und Leistungen anfallen, sollen mindestens die Kostenstellen des Rahmens in Anlage 5 der KHBV vorhanden sein; bei abweichender Gliederung sichert ein Überleitungsverfahren die Umschlüsselung. Die Kosten müssen sich nachprüfbar aus der Buchführung herleiten lassen und verursachungsgerecht nach Kostenstellen erfasst werden. Die Kostenarten selbst folgen dem Kontenrahmen der Anlage 4 (§ 3 KHBV), sodass Buchhaltung und Kostenstellenrechnung mit einheitlichen Schlüsseln arbeiten. Krankenhäuser mit bis zu 100 Betten oder mit nur einer bettenführenden Abteilung kann die Landesbehörde auf Antrag von diesen Pflichten befreien, wenn Aufwand und Nutzen in keinem angemessenen Verhältnis stehen und die Zwecke der Kosten- und Leistungsrechnung anders erreichbar sind (§ 9 KHBV, Rechtsstand Oktober 2026).

NummernkreisBereich laut Anlage 5Beispiele
90Gemeinsame KostenstellenGebäude, Leitung und Verwaltung, Werkstätten
91VersorgungseinrichtungenSpeisen- und Wäscheversorgung, Zentrale Sterilisation
92Medizinische InstitutionenRöntgendiagnostik, Laboratorien, Anästhesie und OP-Einrichtungen
93 bis 95Pflegefachbereiche, NormalpflegeInnere Medizin, Allgemeine Chirurgie, Gynäkologie
96Pflegefachbereiche mit abweichender PflegeintensitätIntensivbehandlung, Tageskliniken
97Sonstige EinrichtungenAusbildung, Forschung und Lehre
98AusgliederungenAmbulanzen, Hilfs- und Nebenbetriebe

Von der Kostenstelle zur Fallkalkulation

Unterschieden werden direkte Kostenstellen, die Leistungen unmittelbar für Patientinnen und Patienten erbringen, und indirekte wie Verwaltung oder Versorgung. Über die innerbetriebliche Leistungsverrechnung gelangen die Kosten der indirekten Stellen auf die direkten. Das Kalkulationshandbuch in der Version 4.0 von 2016 für die InEK-Kalkulation verlangt einen Kostenstellenplan, der am KHBV-Rahmen ausgerichtet ist und eine darüber hinausgehende Mindestdifferenzierung aufweist. Die direkten Kostenstellen ordnet es 13 Kostenstellengruppen zu, darunter Normalstation, Intensivstation, OP-Bereich, Anästhesie, Radiologie, Laboratorien und Patientenaufnahme. Vor der Kalkulation ist abzugleichen, ob die Summe der Kostenstellenrechnung mit den Aufwendungen der Finanzbuchhaltung übereinstimmt.

Bedeutung für das Krankenhausmanagement

Auf der Kostenstellenrechnung beruht die Budgetverantwortung in Kliniken und Funktionsbereichen. Kostenstellenberichte weisen Personal- und Sachkosten je Station oder Leistungsbereich aus und machen Abweichungen vom Plan sichtbar. Kalkulationssätze je Leistungseinheit, etwa je Minute Schnitt-Naht-Zeit oder je Punkt im Labor, bewerten Leistungen, die ein Bereich für einen anderen erbringt. Für die Kostenträgerrechnung und die Deckungsbeitragsrechnung liefert sie diese Kostensätze.

Ein einheitlicher, an der KHBV orientierter Kostenstellenplan erleichtert außerdem Vergleiche über Standorte und Häuser hinweg, weil Kosten gleich abgegrenzt werden. Strukturänderungen wie neue Leistungsbereiche, Zentralisierungen oder ausgelagerte Dienste schlagen sich zuerst im Kostenstellenplan nieder und verlangen eine Anpassung der Verrechnungsschlüssel.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: Oktober 2026

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