PDCA-Zyklus

Auch: Plan-Do-Check-Act, PDSA-Zyklus, Regelkreis der kontinuierlichen Verbesserung

Vierstufiger Regelkreis aus Planen, Umsetzen, Überprüfen und Anpassen, mit dem Einrichtungen ihre Qualitätsziele schrittweise verfolgen; die QM-Richtlinie des G-BA nennt ihn als methodisches Prinzip des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements.

Der PDCA-Zyklus beschreibt Qualitätsverbesserung als Kreislauf aus vier Phasen: Plan (planen), Do (umsetzen), Check (überprüfen) und Act (anpassen und festigen). Wiederholt durchlaufen, soll er einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess tragen, bei dem jede Runde auf den Ergebnissen der vorigen aufbaut. Im deutschen Gesundheitswesen ist das Modell Teil verbindlicher Vorgaben für Praxen, medizinische Versorgungszentren und Krankenhäuser.

Verankerung in der QM-Richtlinie

Die Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA verlangt in Teil A § 2, einrichtungsinterne Ziele durch ein schrittweises Vorgehen mit systematischer Planung, Umsetzung, Überprüfung und gegebenenfalls Verbesserung zu erreichen, und benennt dies ausdrücklich als Prinzip des PDCA-Zyklus. Die Ziele sollen sich auf Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität beziehen und, wo möglich, über Kennzahlen und valide Qualitätsindikatoren gemessen werden. § 5 verpflichtet die Einrichtungen, Umsetzung und Weiterentwicklung ihres Qualitätsmanagements im Sinne einer Selbstbewertung regelmäßig zu überprüfen und das Ergebnis für interne Zwecke zu dokumentieren.

PhaseInhaltPassende Instrumente der QM-Richtlinie
PlanQualitätsziele festlegen, Zuständigkeiten und Zeitplan klärenMessen und Bewerten von Qualitätszielen; Regelung von Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten
DoMaßnahmen einführen, Abläufe verbindlich beschreibenProzess- und Ablaufbeschreibungen; Checklisten; Fortbildungen
CheckZielerreichung erheben und bewertenErhebung des Ist-Zustandes und Selbstbewertung; Patienten- und Mitarbeiterbefragungen
ActAbläufe anpassen oder als Standard festschreibenÜberprüfung und Anpassung von Prozessbeschreibungen in festgelegten Abständen

In Praxis und Studium

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung erläutert den Zyklus für Praxen und rät, Ziele nach der SMART-Regel spezifisch, messbar, akzeptabel, relevant und terminierbar zu fassen; eine Mindestzahl an Zielen gibt es nicht. Neu zugelassene Ärztinnen und Ärzte haben nach Teil B der Richtlinie drei Jahre Zeit, die Methoden und Instrumente erstmals umzusetzen und zu überprüfen.

Wie weit die Phasen in der Fläche angekommen sind, zeigt die Stichprobe 2023 unter 4.169 vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Einrichtungen: Qualitätsziele definierten 93 Prozent, eine Erhebung und Bewertung der Zielerreichung meldeten 86 Prozent, eine dokumentierte Selbstbewertung lag bei 64 Prozent vor. Die Werte sinken also von der Planungs- zur Prüfphase. Im Studium dient der Zyklus als Brücke zwischen Managementlehre und Versorgungspraxis; er strukturiert Projekte zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität auf Stationsebene ebenso wie das Qualitätsmanagement einer ganzen Einrichtung.

Abgrenzung zu verwandten Modellen

Das IQTIG beschreibt in seinen Methodischen Grundlagen (Version 2.1 vom 27. November 2024) den PDCA-Zyklus als eines von mehreren Modellen kontinuierlicher Verbesserung und weist auf die Bezeichnung Plan-Do-Study-Act hin. Andere Ansätze unterscheiden Planung, Kontrolle und Verbesserung als Managementaufgaben; das Institut sieht darin große konzeptuelle Ähnlichkeiten. Vom klinischen Risikomanagement unterscheidet sich der Zyklus im Ausgangspunkt: Er setzt an selbst gesetzten Zielen an, das Risikomanagement an potenziellen Risiken und unerwünschten Ereignissen.

Verwandte Begriffe

Rechtsgrundlagen und Quellen

Stand der Angaben: Oktober 2026

Alle Begriffe im Glossar Gesundheitswesen