Meldung · Quelle: Medizinischer Dienst Bund, 20.08.2026
Bundesweit hat der Medizinische Dienst im Jahr 2025 insgesamt 11.735 Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler fachärztlich begutachtet. Einen Fehler mit Schaden bestätigten die Gutachterinnen und Gutachter in 3.098 Fällen, in 2.700 davon war der Schaden auf den Fehler zurückzuführen. In 97 Fällen führte ein Fehler zum Tod oder trug wesentlich dazu bei. Rund zwei Drittel der Vorwürfe betrafen die stationäre Versorgung. Der Medizinische Dienst Bund (MD Bund) hat die Jahresstatistik am 20. August 2026 vorgestellt; sie zeigt nach seinen Angaben nur einen Ausschnitt des Fehlergeschehens.
Zusätzlich legt der MD Bund eine Kostenschätzung vor. Wissenschaftliche Studien veranschlagen den Anteil stationärer Behandlungen mit einem vermeidbaren Schadensereignis auf etwa 2 bis 4 Prozent; für Deutschland wären das rund 350.000 bis 700.000 Ereignisse im Jahr. Nach einer Schätzung der OECD entfallen rund 15 Prozent der stationären Versorgungskosten in hochentwickelten Ländern auf die Folgen solcher Ereignisse. Für 2025 ergibt das, bezogen auf die GKV-Ausgaben für Krankenhäuser, rund 16,7 Mrd. Euro, die sich laut MD Bund nicht vollständig vermeiden lassen.
Als Never Events, also schwerwiegende Ereignisse wie Patienten- oder Seitenverwechslungen, nach Operationen zurückgelassene Fremdkörper oder gravierende Medikationsfehler, stufte der Medizinische Dienst 2025 insgesamt 150 Fälle ein, nach 134 im Jahr 2024. Der MD Bund fordert dafür ein verpflichtendes, pseudonymisiertes und sanktionsfreies Meldesystem, dessen Meldungen gesetzlich von Haftungsfragen getrennt sind. Zudem sollen Behandelnde gesetzlich verpflichtet werden, Betroffene unverzüglich zu unterrichten, sobald ein unerwünschtes Ereignis auf einen Behandlungsfehler zurückgehen könnte. „Mehr Patientensicherheit ist deshalb auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit unseres Gesundheitswesens“, sagte Dr. Stefan Gronemeyer, Vorstandsvorsitzender des MD Bund. Für das klinische Risikomanagement liefert die Statistik Daten zu Fachgebieten und wiederkehrenden Fehlerarten.
Originalmitteilung: Medizinischer Dienst Bund, 20.08.2026
Stand: 20.08.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.