Meldung · Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG), 06.10.2026
Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) entstehen den Krankenhäusern durch Prüfungen des Medizinischen Dienstes (MD) Bürokratiekosten von 245 Millionen Euro im Jahr. Grundlage ist eine aktuelle Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), die der Verband als repräsentativ bezeichnet. Die DKG hat die Ergebnisse am 6. Oktober 2026 veröffentlicht. Zur Zahl der befragten Häuser und zum Befragungszeitraum macht die Mitteilung keine Angaben.
Laut Umfrage sind 4.000 Beschäftigte in Kliniken allein mit der Bearbeitung der MD-Prüfungen befasst. 98 Prozent der Häuser rechnen für das kommende Jahr mit mehr Prüfungen und einer höheren finanziellen Belastung. Mehr als die Hälfte hat im laufenden Jahr bereits zusätzliches Personal eingestellt. Als Grund für die erwartete Zunahme nennt die DKG die Regelungen des GKV-Spargesetzes, mit denen die Prüfquoten nochmals steigen sollen.
Der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß, stellt infrage, ob der MD in seiner heutigen Form noch tragbar ist, und bringt eine Umwandlung in eine staatliche Behörde ins Gespräch. „Im Augenblick dient er lediglich der Kostenoptimierung der Kassen und legt seine Prüfregeln auch noch selbst fest“, sagt Gaß. Betrug müsse verfolgt werden, nach seinen Worten auch auf Seiten der Kassen. Gerichtsurteile wegen Abrechnungsbetrugs gegen Krankenhäuser sind der DKG nach eigener Aussage nicht bekannt.
Der Verband fordert eine Deregulierung und bei den Krankenhausprüfungen einen Kurswechsel von Misstrauen zu Vertrauen. Die Zahlen betreffen vor allem das Medizincontrolling und die Abrechnung, in denen die Prüfverfahren der Kliniken bearbeitet werden.
Originalmitteilung: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG), 06.10.2026
Stand: 06.10.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.