Meldung · Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), 17.09.2026
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat am 15. und 16. September 2026 in der Villa Elisabeth in Berlin-Mitte den Zi-Congress Versorgungsforschung 2026 veranstaltet. Unter dem Leitthema „Digitale ambulante Versorgung heute und morgen: Evidenz, Innovation, Resilienz“ ging es darum, wie Telemedizin, die Auswertung von Routinedaten und KI die ambulante Versorgung bei Fachkräftemangel sowie in Krisen- und Katastrophenlagen stabilisieren können.
Das Universitätsklinikum Aachen stellte Forschung zur Telemedizin in der Katastrophenmedizin vor. In Machbarkeits- und Simulationsstudien war eine telemedizinisch unterstützte Sichtung in den untersuchten Szenarien mit der herkömmlichen ärztlichen Sichtung vergleichbar. Das Robert Koch-Institut zeigte am Beispiel hitzebedingter Erkrankungen und Todesfälle, wie sich Gesundheitsdaten mit Wetter-, Klima- und Bevölkerungsdaten verknüpfen lassen, um mit KI-Verfahren lokale Risikogebiete zu bestimmen.
Das Zi veröffentlichte außerdem Ergebnisse einer Befragung im Zi-Praxis-Panel, an der zwischen Ende April und Ende Juli 2026 knapp 4.000 Praxen teilnahmen. Danach haben 82 Prozent keinen Notfallplan für einen Stromausfall, 80 Prozent keinen für einen Ausfall der Telekommunikation. Vielen Befragten ist unklar, welche Rolle, Zuständigkeiten und Kommunikationswege sie im Katastrophenfall haben. Dass sie Patientinnen und Patienten mit kurzfristig zwingendem Behandlungsbedarf im Krisenfall rasch erkennen können, gaben 65 Prozent der ärztlichen Praxen an, bei den psychotherapeutischen Praxen waren es 75 Prozent.
Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried sprach sich dafür aus, eine aktive Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen im Krisenmanagement gesetzlich zu verankern und zu finanzieren. Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, forderte unter anderem, die KVen verbindlich in Krisenstäbe einzubinden, und bemängelte, dass Schutzausrüstung, Notfallpläne und IT-Sicherheit bislang nicht refinanziert werden. Für das Management von Praxen und Medizinischen Versorgungszentren betrifft das die Vorsorge für Strom- und Telekommunikationsausfälle sowie die Abstimmung mit den KVen im Krisenfall.
Originalmitteilung: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), 17.09.2026
Stand: 17.09.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.