Meldung · Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), 13.10.2026
Die Zahl der Hausarztpraxen, die qualifizierte Praxisassistenzen in die Versorgung einbinden, ist in zehn Jahren deutlich gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), die am 13. Oktober 2026 erschienen ist. Ausgewertet wurden Abrechnungsdaten der AOK aus den Jahren 2015 bis 2024. Erfasst wurde, ob eine Praxis mindestens eine Nicht-ärztliche Praxisassistenz (NäPA) oder eine Versorgungsassistenz in der Hausarztpraxis (VERAH) beschäftigt. Beide Qualifikationen haben ein ähnliches Aufgabenprofil, etwa in der Wundversorgung und der Betreuung chronisch Kranker.
Die Zahl dieser Praxen wuchs von rund 7.000 im Jahr 2015 auf mehr als 11.000 im Jahr 2024, obwohl die Zahl der Hausarztpraxen insgesamt zurückging. 63 Prozent der Praxen arbeiten bislang ohne eine dieser Fachkräfte. Im ländlichen Raum setzen 47 Prozent der Praxen NäPA oder VERAH ein, in städtischen Regionen 27 Prozent. Unter den Ländern führt Sachsen-Anhalt mit knapp 60 Prozent vor Baden-Württemberg mit etwa 50 Prozent, am Ende stehen Berlin (14 Prozent) und Hamburg (27 Prozent). Häufiger vertreten sind die Assistenzberufe in größeren Praxen, in denen mehrere Ärztinnen und Ärzte arbeiten, sowie in Regionen mit vergleichsweise geringer hausärztlicher Versorgungsdichte.
Hausbesuche durch qualifizierte Gesundheitsfachberufe boten 84 Prozent der Praxen mit NäPA oder VERAH an, in Praxen ohne diese Fachkräfte lag der Anteil bei 36 Prozent. Bei ärztlichen Hausbesuchen unterscheiden sich beide Gruppen kaum. WIdO-Geschäftsführer Dr. David Scheller-Kreinsen sagte dazu: „Das spricht dafür, dass NäPA und VERAH die Hausbesuchskapazität erweitern, ärztliche Hausbesuche aber nicht ersetzen.“
Das Institut stellt die Ergebnisse in den Zusammenhang mit den Plänen der Bundesregierung für ein teambasiertes Primärversorgungssystem. Nicht abgebildet ist in den Daten, wie viele Fachkräfte je Praxis tätig sind und welche Aufgaben sie im Einzelnen übernehmen.
Originalmitteilung: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), 13.10.2026
Stand: 13.10.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.