Meldung · Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), 08.10.2026
Bei AOK-versicherten Beschäftigten sind die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen innerhalb von zehn Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus dem Fehlzeiten-Report 2026 hervor, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am 8. Oktober 2026 veröffentlicht hat. Der Report entsteht in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld und der Berliner Hochschule für Technik. Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe ist die mentale Gesundheit in der Arbeitswelt.
Je 100 AOK-Mitglieder wurden 2025 insgesamt 403 Arbeitsunfähigkeitstage mit psychischer Diagnose erfasst, 2016 waren es 284. Das entspricht einem Anstieg um knapp 42 Prozent. Psychische Erkrankungen gehen laut Report mit langen Ausfallzeiten einher: Ein solcher Krankheitsfall dauerte 2025 im Schnitt 28,5 Tage, ein Fall mit Atemwegserkrankung 5,7 Tage. Die Fehltage im Zusammenhang mit Burnout stiegen von 11,0 Tagen (2016) auf 19,5 Tage (2025) je 100 Mitglieder.
Nach Berufsgruppen lag das Dialogmarketing 2025 mit 39,0 psychisch bedingten Krankheitsfällen je 100 Mitglieder vorn. Es folgen Haus- und Familienpflege (25,6), Altenpflege (24,9), Heilerziehungspflege und Sonderpädagogik (24,6) sowie Kinderbetreuung und -erziehung (23,0). Als Belastungsfaktoren nennt der Report unter anderem hohe emotionale Anforderungen, die Verantwortung für andere Menschen, ein hohes Arbeitspensum, wenig Einfluss auf Abläufe und oft unzureichende soziale Unterstützung.
Die Fehlzeiten insgesamt gingen 2025 leicht zurück: Auf jedes AOK-Mitglied entfielen 23,3 Fehltage, nach je 23,9 Tagen in den Jahren 2023 und 2024 sowie 24,5 Tagen im Jahr 2022. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Werte unter denen des ersten Halbjahres 2025. Das Niveau bleibt laut WIdO über dem Stand vor Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, mit der Krankmeldungen vollständiger erfasst werden. WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder spricht sich für unterstützende Angebote im betrieblichen Umfeld aus, die Unternehmen, Führungskräfte und Beschäftigte entlasten.
Originalmitteilung: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), 08.10.2026
Stand: 08.10.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.