Meldung · Quelle: Verband des Klinikmanagements Deutschlands e. V. (VKD), 26.08.2026
Der Verband des Klinikmanagements Deutschlands (VKD) hat am 26. August 2026 zu Berichten Stellung genommen, nach denen Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen mit Finanzanlagen erhebliche Verluste erlitten haben sollen. Anlass war ein Bericht der Neuen Westfälischen vom Vortag, wonach mindestens 1,7 Mrd. Euro an Beitragsgeldern durch Investitionen in Immobilienfonds und Immobilienprojekte gefährdet oder verloren sein sollen. Der Verband warnt vor vorschnellen Schuldzuweisungen und stellt die Frage, ob Kontroll- und Verwaltungsressourcen dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich Wirkung zeigen.
VKD-Vizepräsident Wolfgang Mueller verweist auf die Prüfung von Krankenhausrechnungen, die seit Jahren viel Personal in Kliniken, Krankenkassen und beim Medizinischen Dienst bindet. Nach Einschätzung der FinanzKommission Gesundheit hat das Prüfquotensystem die Qualität der Abrechnungen seit seiner Einführung nicht wesentlich verbessert, die Prüfregeln werden dennoch erneut verschärft. Eine beanstandete Rechnung ist laut Mueller nicht mit einer bewussten Falschabrechnung gleichzusetzen. Häufig würden Rechnungen gekürzt, weil eine Anschlussversorgung fehle und die stationäre Behandlungsnotwendigkeit deshalb bestritten werde.
Auch bei Struktur- und Qualitätsvorgaben sieht der Verband hohen Nachweisaufwand. Als Beispiel nennt er die Qualitätssicherung beim Bauchaortenaneurysma, die für jede Schicht auf der Intensivstation eine Pflegekraft mit Fachweiterbildung verlangt, auch wenn in dieser Schicht kein entsprechender Patient versorgt wird.
Der VKD verlangt nicht weniger Kontrolle, wohl aber eine verhältnismäßige mit klaren Prioritäten. Dazu zählt er einfachere Vergütungsregeln, verbindlichere Abgrenzungen, frühe Falldialoge und eine Überprüfung der bestehenden Prüfverfahren auf ihre Wirkung. Dass Krankenkassen Rücklagen anlegen, entspricht nach Darstellung des Verbands den gesetzlichen Vorgaben und ist für sich kein Kritikpunkt. Er plädiert für einen Reformansatz, der alle relevanten finanziellen Risiken in den Blick nimmt und alle Beteiligten gleich behandelt.
Originalmitteilung: Verband des Klinikmanagements Deutschlands e. V. (VKD), 26.08.2026
Stand: 26.08.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.