DIAS: KI-Dialog soll psychische Belastung am Arbeitsplatz erfassen

Meldung · Quelle: FernUniversität in Hagen, 11.10.2026

Die FernUniversität in Hagen entwickelt ein KI-gestütztes Verfahren, mit dem psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Gespräch statt per Fragebogen erhoben werden sollen. Das Projekt DIAS (Dialogue-based Assessment) betreiben die Lehrgebiete Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Data Science gemeinsam. Es ist im April 2026 gestartet, läuft zwei Jahre und wird im Förderprogramm Forschung zur Gesundheit in der Arbeitswelt (FoGA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit rund 350.000 Euro gefördert. Die Hochschule hat das Vorhaben am 11. Oktober 2026 vorgestellt.

Geplant ist eine Anwendung für Tablet oder Smartphone, die Beschäftigte in einem natürlich wirkenden Dialog befragt und die Fragen an die jeweilige Person anpasst. Sie richtet sich unter anderem an Beschäftigte ohne Schreibtischarbeitsplatz, etwa in der Logistik, für die lange oder abstrakte Fragebögen eine Hürde sein können. Die Antworten sollen strukturiert ausgewertet und mit bereits etablierten Erhebungsinstrumenten verglichen werden. Ein Prototyp soll in ausgewählten Unternehmen getestet werden.

Offen sind nach Angaben des Projektteams noch technische und rechtliche Fragen, darunter die Wahl des Sprachmodells und der Server, die Anonymisierung der Antworten und die Nachvollziehbarkeit der KI-Auswertung. Zu berücksichtigen sind dabei die KI-Verordnung und die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union. Ziel ist laut Projektteam, Arbeitsbedingungen strukturell zu verbessern.

Für das betriebliche Gesundheitsmanagement und den Arbeitsschutz knüpft DIAS an die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung an, für die bereits verschiedene Instrumente zur Auswahl stehen. Prof. Dr. Jan Dettmers vom Lehrgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie sagte zum Zweck solcher Erhebungen: „Solche Screenings zeigen, an welchen Stellen bei den Beschäftigten der Schuh drückt.“

Originalmitteilung: FernUniversität in Hagen, 11.10.2026

Stand: 11.10.2026. Die Meldung fasst die Mitteilung redaktionell zusammen; maßgeblich ist das Original.

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